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02.01.2016, PP Oberbayern Süd


Garmisch-Partenkirchen: Tödlicher Absturz am Blassengrat

GARMISCH-PARTENKIRCHEN. Bei einer Bergtour im Wettersteingebirge stürzen zwei 28 und 33 Jahre alte Männer ab. Dabei wird der Jüngere der beiden lebensgefährlich verletzt, der Ältere kommt ums Leben. Helfer der Bergwacht, der Polizei und die Besatzung eines Rettungshubschraubers waren im Einsatz, ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) übernahm die Untersuchungen zum Hergang des Unfalles.


Am Dienstag, 30. Dezember 2015, begaben sich zwei befreundete Männer, ein 28-jähriger, in Garmisch-Partenkirchen wohnhafter Amerikaner und ein 33-jähriger Brite auf eine Bergtour zum Blassengrat im Wettersteingebirge. Mit der Kreuzeckbahn fuhren die beiden zum Kreuzeck und gingen über den Bernadeiensteig und Stuibenweg in Richtung Stuibensee, wo sie ein geplantes Biwak aufschlugen.

Am Silvestertag begaben sie sich, gut ausgerüstet, in Richtung Blassengrat, eine besonders im Winter anspruchsvolle Gratbegehung. Über den Hohen Gaif hatten sie vor in Richtung Hochblassen zu klettern und anschließend über die Grießkarscharte und das Grieskar wieder in Richtung Kreuzeck abzusteigen. Wetterbedingt mussten sie jedoch am 31.12. ein weiteres Biwak am Grat einrichten und konnten erst am Morgen des Neujahrstages weitergehen.

Aufgrund der widrigen äußeren Bedingungen nutzten sie den Notabstieg ins Grieskar. Im unteren Drittel stürzten beide, an einem Seil gesichert, aus bisher ungeklärter Ursache ab. Die Sturzstrecke lässt sich nicht genau benennen, dürfte aber zwischen 100 und 150 Metern liegen.

Am 1. Januar meldete die Lebensgefährtin des Amerikaners gegen 16.00 Uhr die beiden Männer als vermisst. Noch am selben Morgen hatten sie der Frau per SMS mitgeteilt, dass sie den Abstieg beginnen wollten. Aufgrund der widrigen Witterung konnte kein deutscher Rettungshubschrauber ins Einsatzgebiet fliegen. Kurz vor der hereinbrechenden Dunkelheit konnte ein österreichischer Rettungshubschrauber noch einen Überflug machen. Dieser führte jedoch nicht zum Auffinden der beiden Vermissten.

Am 2. Januar, um 07.00 Uhr, wurden erneut Suchmaßnahmen durch Polizei und Bergwacht eingeleitet. Gegen 10.00 Uhr konnten die beiden Abgestürzten durch die Polizei und Bergwacht aus einem SAR-Hubschrauber gesichtet werden. Der Hubschrauber konnte trotz dichtem Nebel bis nach Garmisch-Partenkirchen fliegen und dort die Suchmaßnahmen durchführen. Ein Bergwachtmann und ein Bergführer der Polizei stiegen aus dem Hubschrauber und konnten im Bereich des Grieskars an die beiden Abgestürzten herankommen. Dabei stellten sie fest, dass der britische Staatsangehörige tödliche Verletzungen erlitten hatte, der Amerikaner, trotz schwerer Verletzungen, noch am Leben war.

Sofort wurde eine Bergung durch Christoph Murnau veranlasst und der Schwerverletzte konnte gegen 10.45 Uhr geborgen und ins Klinikum Murnau geflogen werden. Durch Kräfte der Bergwacht Garmisch und der Polizei wurde wenig später auch der Leichnam des 33-jährigen Briten geborgen und mit dem SAR-Hubschrauber ins Tal verbracht.

Am Einsatz waren vier Männer der Bergwacht Garmisch, vier Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) sowie drei Mann Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph Murnau beteiligt. Die Unfallaufnahme erfolgt durch einen Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe.

© Bayerische Polizei Nach oben Diese Seite ausdrucken Diese Seite den Favoriten hinzufügen

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