Polizei Bayern » PP München » Verkehr » Studien/Fachbeiträge

09.08.2016, PP München


Blinken im Straßenverkehr

Richtige Benutzung von Fahrtrichtungsanzeiger und Warnblinklicht
Wann muss ich Handzeichen geben?
Linienbus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an Haltestellen


Ist es Ihnen nicht auch schon aufgefallen oder haben Sie sich als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer sogar schon darüber geärgert, dass Kraftfahrer das Blinken zunehmend vergessen oder gar für überflüssig halten? Auch viele Radfahrer biegen ab, ohne dies dem übrigen Verkehr durch Handzeichen anzuzeigen!

Gerade die konsequente Betätigung des Blinkers oder die rechtzeitige Abgabe von Handzeichen trägt jedoch wesentlich sowohl zur Sicherheit als auch zur Flüssigkeit des Straßenverkehrs bei.

Wer die einfachen Regeln zum Blinken und Zeichengeben nicht beachtet, gefährdet dabei sich und andere.

Oftmals kommt es zu folgenschweren Verkehrsunfällen mit erheblichen Personen- oder hohen Sachschäden sowie zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen.

Da ein Verstoß gegen diese Verpflichtung eine Ordnungswidrigkeit nach dem Straßenverkehrsrecht ist, kann die Polizei Sie aber auch, selbst wenn gar nichts passiert ist, gebührenpflichtig verwarnen oder gar mit einem Bußgeld belegen..


In welchen Fällen muss nun geblinkt oder Zeichen gegeben werden?


Grundsätzlich gilt:
Jeder Fahrtrichtungswechsel, jeder Wechsel der Fahrspur oder des Fahrstreifens ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen.


Dabei spielt es keine Rolle, ob ein anderer Verkehrsteilnehmer in der Nähe ist und Ihre Fahrtabsicht erkennen kann oder ob Sie weit und breit alleine unterwegs sind.

Die Verpflichtung gilt selbst dann, wenn der Fahrtrichtungswechsel oder die Spuränderung verbotwidrig erfolgt, wenn Sie also z.B. entgegen einem bestehenden Fahrtrichtungsgebot abbiegen oder in einem Überholverbot überholen.


Überholen


Die Verpflichtung, rechtzeitig und deutlich Zeichen zu geben, gilt sowohl jeweils für das Ausscheren zum Überholen als auch für das anschließende Wiedereinordnen.


Abbiegen


Die Abbiegeabsicht ist immer anzuzeigen, egal, ob Sie nach rechts oder links abbiegen oder wenden. Dies gilt selbst für das Abbiegen beim Rückwärtsfahren.


Wer einer abknickenden Vorfahrt folgt, die durch Zeichen 306 StVO mit Zusatzschild begründet wird, muss seine Absicht ankündigen. Dies gilt auch für den, der die vorfahrtberechtigte Straße verlässt und dabei nach links oder rechts abbiegt bzw. einer Straßengabelung folgt.


Zeichen 209 StVO - vorgeschriebene Fahrtrichtung, hier rechts

Auch wenn die Fahrtrichtung (z.B. durch ein Fahrtrichtungsgebot) vorgeschrieben wird, muss das Abbiegen angekündigt werden.


Kreisverkehrsanlagen


Zeichen 215

Beim Verlassen einer Kreisverkehrsanlage sind rechtzeitige und deutliche Zeichen zu geben.

Seit dem 01.02.2001 gilt:
Geblinkt werden darf nur noch beim Verlassen einer Kreisverkehrsanlage; bei der Einfahrt ist das Blinken verboten. Voraussetzung ist, dass der Kreisverkehr mit dem Verkehrszeichen 215 beschildert ist.


Fahrstreifenwechsel


Jeder Fahrstreifenwechsel ist rechtzeitig und deutlich anzuzeigen!

Dabei ist Fahrstreifen der Teil der Fahrbahn, der von einem mehrspurigen Fahrzeug zum ungehinderten Befahren im Verlauf der Fahrbahn benötigt wird. Eine Fahrstreifenmarkierung muss nicht vorhanden sein.


Vorbeifahren an einem Hindernis


Wer einem Hindernis in seiner Fahrtrichtung ausweichen und dieses umfahren muss (z.B. ein am Fahrbahnrand geparktes Fahrzeug oder eine Straßenbaustelle), hat dies rechtzeitig und deutlich anzuzeigen.


Grundstück / Fußgängerbereich / Verkehrsberuhigter Bereich / Andere Straßenteile / Fahrbahnrand



Wer


  • aus einem Grundstück,
  • aus einer Fußgängerzone (Zeichen 242.2),
  • aus einem verkehrsberuhigten Bereich (Zeichen 325.2) auf die Straße, oder

  • von anderen Straßenteilen (z.B. von einem Gehweg oder Radweg) auf die Fahrbahn einfahren oder
  • vom Fahrbahnrand anfahren will,

hat diese Absicht rechtzeitig und deutlich anzukündigen.


Haltestellen von Linien- und Schulbussen


Linienbussen, die ihre gekennzeichnete Haltestelle verlassen möchten und dies durch Blinken anzeigen, ist das Einfahren in den fließenden Verkehr zu ermöglichen. Wenn nötig, müssen andere Fahrzeuge warten.

An Haltestellen, für die eine entsprechende Anordnung der Straßenverkehrsbehörde vorliegt, müssen die Busfahrer bei der Einfahrt sowie während des Halts zum Fahrgastwechsel die Warnblinkanlage einschalten.

Übrigens:
Wissen Sie, wie Sie sich verhalten müssen, wenn ein Linien- oder Schulbus sich einer Haltestelle nähert oder an einer Haltestelle steht und das Warnblinklicht eingeschaltet hat?


Verwendung des Warnblinklichts


In den folgenden Fällen ist das Einschalten der Warnblinkanlage vorgeschrieben:


  • Liegenbleiben
  • Abschleppen

Bleibt ein mehrspuriges Fahrzeug an einer Stelle liegen, an der es nicht rechtzeitig als stehendes Hindernis erkannt werden kann, ist das Warnblinklicht einzuschalten.
In diesem Fall ist auch an die Aufstellung eines Sicherungsmittels, z.B. eines Warndreiecks, in ausreichender Entfernung sowie bei schlechter Sicht und Dunkelheit an das Einschalten der Beleuchtung zu denken!

Während des Abschleppens müssen die Fahrer des ziehenden und des gezogenen Fahrzeugs das Warnblinklicht einschalten.

Die Verwendung des Warnblinklichts ist zulässig, wenn andere


  • durch das eigene Fahrzeug gefährdet werden oder
  • vor Gefahren gewarnt werden sollen,

z. B. bei Annäherung an einen Stau oder bei besonders langsamer Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen und anderen, schnell befahrenen Straßen.


Denken Sie bitte im Interesse der eigenen Sicherheit, aber auch der der anderen Verkehrsteilnehmer immer daran:


Blinken und Zeichengeben nicht vergessen!


© Bayerische Polizei Nach oben Diese Seite ausdrucken Diese Seite den Favoriten hinzufügen

Pressemeldungen


Fahndungen


Veranstaltungen




Regionale Polizeiverbände

Überregionale Verbände

Polizei Bayern - Der Garant für Ihre Sicherheit.
Zur Startseite Zum Bayerischen Staatsministerium des Innern