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Verkehrsbilanz des 1. Halbjahres 2011
Die vorläufigen Unfallzahlen im Jahr 2011 für den Bereich des Polizeipräsidiums München (Stadtgebiet und Landkreis München mit Teilbereich des Lkr. Starnberg) weisen im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Bereichen deutliche Steigerungen auf, lediglich die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten verringerte sich von 10 auf 8.
Gesamtunfallzahlen
Im 1. Halbjahr ereigneten sich insgesamt 23.513 Verkehrsunfälle. Dies ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 9,9 Prozent . Von diesen Unfällen wurden 13.529 als Kleinunfälle aufgenommen. Das entspricht im Vergleich zum 1. Halbjahr 2010 (12.225) eine Steigerung um 10,7 Prozent.
Unfälle mit Personenschaden
Die Unfälle mit Personenschaden stiegen um 23,5 Prozent. (2.869 Unfälle im 1. Hj. 2011 gegenüber 2.324 Unfällen im Vergleichszeitraum 2010). Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls von 2.829 auf 3.494 (+23,5 %), genauso die Anzahl der Schwerverletzten von 304 auf 395 Personen +29,9 %).
Im 1. Halbjahr 2011 wurden 8 Personen bei Verkehrsunfällen getötet.
Die Art der Verkehrsteilnahme, Anzahl, Alter und Unfallursachen sind in folgender Übersicht dargestellt:
| Anzahl | Alter | Hintergründe |
|
Kraftfahrzeug |
1 |
42 |
Alkohol i.v.m. überhöhter Geschwindigkeit |
|
motorisierte Zweiräder |
4 |
49, 60, 61, 61 |
Alkohol; überhöhte Geschwindigkeit; wegen Rollsplitt auf der Fahrbahn beim Bremsen gestürzt; Vorfahrt des Motorrad mißachtet |
|
Fußgänger |
3 |
63, 91, 99 |
2 x Fehler eines Fahrzeugführers beim Rückwärtsfahren; aufgrund überhöhter Geschwindigkeit mit einem die Fahrbahn überschreitenden Fußgänger kollidiert |
Schulwegunfälle
Die Anzahl der Schulwegunfälle stieg von 47 auf 55 mit 57 verletzten Schülerinnen und Schülern.
Um einen dauerhaften Rückgang der Schulwegunfälle zu erreichen, analysiert das Polizeipräsidium München jeden Schulwegunfall. Neben der Überprüfung der Unfallörtlichkeit auf eventuelle Mängel in der baulichen Ausgestaltung oder Verkehrsführung erfolgt eine Nachbereitung des Unfalls in der Klasse des verunglückten Kindes.
Darüber hinaus werden bei schweren Unfällen Eltern und Kinder an einem Informationsstand über verkehrsgerechtes Verhalten informiert und auch die Verkehrsüberwachung auf den Schulwegen intensiviert.
Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg gegenüber dem 1. Hj. 2010 von 214 auf 236 (+10,3 %). Dabei wurden insgesamt 134 Personen verletzt ( 1. Hj. 2010: 103 Verletzte). In 28 Fällen mussten die Verletzten stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.
Alkoholfahrten ohne Verkehrsunfall
Bei Verkehrskontrollen wurden 2.161 Fahrzeugführer festgestellt, die unter Alkoholeinfluss ihr Fahrzeug führten und dabei keinen Verkehrsunfall verursacht haben (1. Halbjahr 2010: 2.027, +6,6 %).
Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss
Nach dem Stand derzeitiger Ermittlungen konnten für das 1. Halbjahr 2011 23 Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss (1. Hj. 2010: 19 Unfälle) nachgewiesen werden.
Drogenfahrten ohne Verkehrsunfall
Die Zahl der entdeckten Drogenfahrten ohne Verkehrsunfall beläuft sich derzeit auf 900. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum um 22,6 %.
Da Alkohol und Drogen nach wie vor zu den Hauptunfallursachen gehören, wird das Polizeipräsidium München seine Kontrolltätigkeit weiterhin auf hohem Niveau halten.
Unfallfluchten
Bei etwa einem Viertel (!) aller Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums München flüchtete der Verursacher von der Unfallstelle.
Auch wenn es sich bei der überwiegenden Zahl dieser Unfälle um Verkehrsunfälle mit geringfügigerem Sachschaden handelt, ist diese Handlungsweise dennoch unverantwortlich und ist eine Straftat .
Wird der Unfallflüchtige ermittelt, drohen eine Geld- oder Freiheitsstrafe sowie die Entziehung der Fahrerlaubnis. Die Aufklärungsquote aller Unfallfluchten liegt bei 39,2 %, bei schweren Verkehrsunfällen sogar noch höher.
Ein korrektes Verhalten nach einem Verkehrsunfall empfiehlt sich also nicht nur aus Verantwortung dem anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber sondern auch im eigenen Interesse. Die Ausrede "Ich habe den Unfall nicht bemerkt" lässt sich mit einem Gutachten in der Regel schnell widerlegen.
Ungeschützte Verkehrsteilnehmer
Während in den Vorjahren vor allem die Gefahren des "Toten Winkel" für Verkehrstote - vor allem unter älteren Fußgängern - verantwortlich war, steigt die Anzahl der Unfälle an denen Radfahrer beteiligt sind seit dem Beginn der Schönwetterperiode.
In der täglichen Unfallauswertung liegt die Beteiligung von Radfahrern bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden bei über 50 %. Die Unfallursache wurde in über der Hälfte dieser Fälle entweder als Haupt- oder Mitverursacher durch den Fahrradfahrer gesetzt.
Im Zeitraum vom 23.05. bis 12.06.2011 führte das PP München die Kampagne „Gscheid radln!“ 2011 durch. Das Thema des ersten Aktionzeitraumes lautete „Rotlicht“, dabei wurden Radfahrer insbesondere an Ampeln verstärkt Kontrollen unterzogen.
Neben der Anzeige eines Radfahrers wegen Trunkenheit im Verkehr (2,7 Promille) konnten im Zusammenhang mit den ganzheitlich durchgeführten Kontrollen vier Festnahmen wegen Fahrraddiebstahls und eine wegen Betäubungsmittelbesitzes getätigt werden.
Bei den Kontrollen kam es auch zur Beanstandung von Kraftfahrzeugführern, beispielsweise aufgrund von Fehlern beim Abbiegen und Parken auf Radwegen.
Während die Verkehrsunfallzahlen von Januar bis April 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 34,6 Prozent auf 583 (2010: 433) anstiegen und sich die Zahl der Verletzten gar um 38,5 Prozent auf 547 (2010: 395) erhöhte, konnte für den Zeitraum der Aktion „Rotlicht“ im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Unfälle um 39,8 Prozent festgestellt werden (133 Unfälle gegenüber 221 im Jahr 2010). Die Verletztenzahlen reduzierten sich um 39 Prozent auf 133 (2010: 218).
Ferner untermauert wird der große Erfolg der Aktion durch den Rückgang der Anzahl der Radfahrer, die ihren Unfall selbst verursachten. Diese lag von Januar bis April bei 53,3 Prozent, während der Aktion hingegen bei 49,6 Prozent – jeweils im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahreswerten.
Das Polizeipräsidium München bittet weiterhin alle Fahrradfahrer sich an die Verkehrsregeln zu halten und vorausschauend und defensiv zu fahren, sowie freiwillig einen Fahrradhelm zu tragen.
| jeweils 1. Halbjahr | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Veränderung zum Vorjahr in % |
|
Verkehrsunfälle gesamt |
22.975 |
23.456 |
21.866 |
21.403 |
23.513 |
+ 9,9 % |
|
- mit Personenschaden |
2.955 |
2.677 |
2.612 |
2.324 |
2.869 |
+ 23,5 % |
|
-- getötete Personen |
17 |
11 |
10 |
10 |
8 |
- 20,0 % |
|
-- verletzte Personen |
3.601 |
3.136 |
3.165 |
2.829 |
3.494 |
+ 23,5 % |
|
--- davon Schwerverletzte |
372 |
374 |
355 |
304 |
395 |
+ 29,9 % |
|
-- davon Kleinunfälle |
12.784 |
13.449 |
12.474 |
12.225 |
13.529 |
+ 10,7 % |
|
Alkoholfahrten mit Verkehrsunfall |
333 |
280 |
279 |
214 |
236 |
+ 10,3 % |
|
Alkoholfahrten ohne Verkehrsunfall |
3.278 |
2.920 |
2.240 |
2.027 |
2.161 |
+ 6,6 % |
|
Drogenfahrten mit Verkehrsunfall |
16 |
8 |
21 |
19 |
23 |
+ 21,1 % |
|
Drogenfahrten ohne Verkehrsunfall |
623 |
851 |
918 |
734 |
900 |
+ 22,6 % |
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