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06.12.2016, PP München


Neue Folge der Filmreihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel.


Neue Folge

Zur Förderung des "Miteinanders im Straßenverkehr" produziert das Polizeipräsidium München die Filmreihe "Obacht gebn - sicher ans Ziel.".

Die erschreckende Gefahr der Ablenkung durch Smartphones am Steuer zeigt der 4. Film aus der Reihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel“. Der Galileo-Reporter Mathias Fiedler stellt sich als „Testperson“ den Experten mit einer Eye-Tracking-Brille zur Verfügung und über die rechtlichen Konsequenzen klärt Sie der Polizei-Pressesprecher Marcus da Gloria Martins auf.


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Im Rahmen der im Jahr 2014 ins Leben gerufenen Videofilmreihe „Obacht gebn - sicher ans Ziel!“ hat das Polizeipräsidium München nun den 4. Film „mobil OHNE phone - Augen auf die Straße!“ produziert. Mit Hilfe der Filmreihe will die Münchner Polizei das „Miteinander im Stra-ßenverkehr“ fördern und zielgruppenorientiert über gesetzliche Regelungen und Risiken informieren. Neben den bereits vorhandenen Filmen „Lieber sicherGEHEN…“ und „Der letzte Kuss“, mit denen die Zielgruppe der Fußgänger erreicht werden sollen, spricht dieser Film nun Pkw-Fahrer an und ergänzt den Themenbereich Ablenkung.

Jeder 10. Verkehrsunfall in Deutschland ist durch Ablenkung verursacht und bei rund einem Drit-tel der Verkehrsunfälle spielt dieser Punkt eine maßgebliche Rolle. Diese Aussagen basieren auf den Angaben repräsentativer Befragungen.

Experten sehen in Smartphones die Hauptursache für Unfälle dieser Art.

Dies hat zur Folge:


  • Selbst das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung lenkt die Aufmerksamkeit vom Stra-ßenverkehr ab!
  • Nutzt ein Autofahrer das Mobiltelefon widerrechtlich zum Lesen oder Texten von Nachrichten, steigt das Unfallrisiko sogar um das 164-fache an!
  • Wer bei Tempo 50 eine Sekunde auf sein Smartphone schaut, legt „blind“ eine Strecke von rund 14 Metern zurück!

Zu einem ähnlich erschreckenden Ergebnis kam auch der Galileo-Reporter Mathias Fiedler in unserem Film. Er macht den Zuschauer durch einen Fahrtest auf die hohe Unfallgefahr einer „Smartphonebenutzung“ während des Fahrens aufmerksam. Um das Ganze auch technisch zu belegen, trägt er dabei eine sogenannte „Eye-Tracking-Brille“.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Mathias Fiedler für seine Unterstützung als „Versuchsperson“ nochmals recht herzlich bedanken!


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In der 3. Folge mit dem Titel "Lieber sicherGEHEN..." werden u.a. durch BR-Moderator Tobias Ranzinger die typischen Gefahren für Fußgänger aufgezeigt und wertvolle Hinweise zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gegeben. Als Experte kommt Unfallforscher Dr. Wolfram Hell zu Wort.


Insgesamt 13 Fußgänger kamen im Jahr 2014 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München ums Leben. Rund 1.000 Fußgänger wurden bei Verkehrsunfällen verletzt. Insgesamt gesehen stellen die Fußgänger unter den getöteten Verkehrsteilnehmern die größte Gruppe dar (knapp 45%).

Auch in diesem Jahr zeichnet sich leider kein anderes Bild ab. Bereits neun Fußgänger wurden getötet (Anteil von 52 %) und rund 900 Fußgänger zum Teil schwer verletzt. Vier der getöteten Fußgänger wurden von Pkw und vier von einem Lkw erfasst. Ein Fußgänger kam durch einen Zusammenstoß mit einer Tram ums Leben. Fünf Getötete waren über 65 Jahre als, zwei Erwachsen und einer im Jugendalter.

Sieben der tödlichen Verkehrsunfälle mit Fußgängerbeteiligung in diesem Jahr
ereigneten sich direkt im Stadtgebiet München. Hierbei zeichnen sich keine Unfallhäufungen an bestimmten Örtlichkeiten ab. Allerdings ereignen sich drei dieser Unfälle an Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel.

Als Hauptverursacher an einem Verkehrsunfall sind Fußgänger oder Fahrzeugführer je nach Altersklasse unterschiedlich oft vertreten. Kinder als Fußgänger setzten in etwas mehr als der Hälfte der Fälle selbst die Ursache an einem Verkehrsunfall. Jugendliche sind sogar fast für zwei von drei Unfällen hauptsächlich selbst verantwortlich. Erwachsene und dabei vor allem Senioren befinden sich als Fußgänger mit zunehmendem Alter hingegen häufiger in der Opferrolle.


Als Hauptunfallursachen gelten:

• Fehlerhaftes (z. B. bei „roter“ Ampel) oder unvorsichtiges Überschreiten der Fahrbahn - ursächlich für sechs von neun Toten im Jahr 2015!
• Fehlerhaftes Verhalten von Fahrzeugführern gegenüber Fußgängern, insbesondere beim Abbiegen oder Wenden (z.B. „Toter Winkel“).

Betrachtet man den jeweiligen Unfallhergang genauer, zeigen sich in vielen Fällen ähnliche Verhaltensmuster:

Fußgänger:
• Überqueren bei stockendem Verkehr die Fahrbahn
• Nutzen eine nahe sichere Überquerungsmöglichkeit nicht oder gehen gar bei Rot
• sind dunkel gekleidet und schlecht erkennbar
• Überqueren die Fahrbahn auf kürzestem Weg, um z.B. den Bus noch zu erwischen
• sind als “Smombie“ unterwegs oder durch Kopfhörer abgelenkt. (Jugendwort des Jahres 2015 - beschreibt den „Smartphone-Zombi“, welcher mit einem auf das Handy fixierten Blick von seiner Umgebung nichts mehr mitbekommt).

Fahrzeugführer:
• fahren zu schnell und oftmals auch einfach nicht der Situation angepasst
• sind unaufmerksam bzw. abgelenkt
• tätigen beim Abbiegen keinen Schulterblick
• beobachten als Fahrer eines LKW nicht gezielt die Bereiche um den „Toten Winkel“ vor und während des Abbiegens
• fahren als Radler auf dem Gehweg oder als „Geisterradler“ in falscher Richtung.

Doch wie können Verkehrsunfälle verhindert werden?

• grundsätzlich ein stärkeres „Miteinander“ mit gegenseitiger Rücksichtnahme
• bewusste und am besten uneingeschränkte Wahrnehmung (z.B. kein Kopfhörer bzw. als “Smombie“ unterwegs) der Umgebung mit allen Sinnen
• helle und bestenfalls reflektierende Bekleidung, insbesondere auch
• für Kinder für eine sichere Überquerungsmöglichkeit auch einen kleinen Umweg in Kauf nehmen
• als Fahrzeugführer beim Abbiegen den Schulterblick nicht vergessen
• als Fußgänger an Kreuzungen bzw. Einmündungen auch bei Vorrang auf abbiegende Fahrzeuge achten

Dr. Wolfram Hell, Unfallforscher vom Institut für Rechtsmedizin in München, begleitet das Polizeipräsidium München mit seinen wissenschaftlichen Expertisen.

Er verweist dabei vor allem auf den Zusammenhang zwischen den Fahrgeschwindigkeiten und der Schwere der Unfallfolgen bei einer Fußgängerkollision. Weiter gibt es noch nicht ausreichend umgesetzte Möglichkeiten zur Verbesserung der Fahrzeugtechnik. Nach Ansicht des Experten ist es beispielsweise dringend erforderlich, generell automatisierte Fußgängererkennungssysteme in den Kraftfahrzeugen einzubauen. Diese können dann notfalls selbstständig eine Bremsung einleiten.

Seit Beginn des Jahres 2014 hat das Polizeipräsidium München im Rahmen seiner Präventionsarbeit nun vier Filme der Videofilmreihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel“ produziert und veröffentlicht.

Mit Hilfe der Filmreihe will die Münchner Polizei das „Miteinander im Straßenverkehr“ fördern, indem zielgruppenorientiert über gesetzliche Regelungen und Risiken informiert wird. Verkehrsteilnehmer sollen für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisiert werden. Zudem erhalten sie wertvolle Tipps, wie sie durch eigenes Verhalten und auch mittels technischer Hilfsmittel die eigene Sicherheit und die ihrer Mitmenschen erhöhen können.

Das Polizeipräsidium München bedankt sich bei den Polizeivereinen Münchner Sicherheitsforum e.V., Polizisten helfen e.V. und Münchner Blaulicht e.V. für die finanzielle Unterstützung des Projekts.

Den Film finden Sie über YouTube auf dem Bayernkanal der Bayerischen Staatsregierung (www.youtube.com/user/Bayern) und in den sozialen Medien auf der Facebookseite des Polizeipräsidiums München (www.facebook.com/ppmuenchen).


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