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11.07.2017, PP München


„Gscheid radln – aufeinander achten!“ 2017 – Kampagne zur Erhöhung der Sicherheit rund um den Fahrradverkehr

"Gscheid radln – aufeinander achten!"

Im Rahmen der Unfallauswertung stellte das Polizeipräsidium München fest, dass im letzten Jahr etwa jeder siebte Verkehrsunfall mit Beteiligung von Radfahrern passierte, weil der rechts abbiegende Pkw- oder Lkw-Fahrer den in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer übersehen hat.


Erste Ergebnisse der Umfrage vom 02. - 19. März 2017


Örtlichkeiten, wo sich vermehrt solche Unfälle ereignen, lassen sich aus der polizeilichen Unfallauswertung nicht erkennen. Deshalb haben wir die Münchner Radfahrerinnen und Radfahrer gebeten, uns Kreuzungen oder Einmündungen mitzuteilen, an denen sie selbst oder andere bereits häufiger durch entsprechende Abbiegevorgänge in Gefahr gebracht wurden. Die unter dem Motto „Gscheid radln – aufeinander achten!“ durchgeführte Umfrage lief vom 02.03.2017 bis zum 19.03.2017 und enthielt 5 Fragen.

Im Ergebnis wurde die Umfrage insgesamt 5.229 mal aufgerufen, 2.250 mal komplett und 2.979 mal nicht bzw. unvollständig ausgefüllt.

Nach dem derzeitigen Stand der Auswertungen konnten 144 Meldungen nicht berücksichtigt werden, da diese mit Örtlichkeiten wie „Stadtgebiet“ oder auch Bemerkungen wie „wenn man aufpasst dann passiert nichts“ befüllt waren oder sich die Örtlichkeiten im Landkreis befanden.

Insgesamt waren 2.142 Umfrageergebnisse verwertbar, in denen 1.165 unterschiedliche Örtlichkeiten benannt wurden. Bei 826 Örtlichkeiten handelt es sich um Einfach-Nennungen, 177 Stellen wurden zweimal genannt, 54 Stellen dreimal. 15 Örtlichkeiten wurden 10mal oder häufiger genannt. In 79 % aller Meldungen wurde „tagsüber (hell)“ als Beobachtungs- bzw. Feststellungszeit genannt, gefolgt von 11% „Dämmerung abends“, 8% „Dämmerung morgens“ und nur 2% der Nennungen entfielen auf „nachts (dunkel)“.

Der ADFC meldete parallel zu der Umfrage weitere 40 relevante Örtlichkeiten.

An 112 der genannten Örtlichkeiten hat sich im letzten Jahr mindestens ein entsprechender Verkehrsunfall ereignet. An acht Örtlichkeiten ereigneten sich drei und an zwei Örtlichkeiten sogar vier dieser Unfälle.

Das Polizeipräsidium München hat die genannten Örtlichkeiten in einem 2. Schritt eingehender untersucht und die Informationen auch der Stadt München, als zuständiger Behörde, zur Verfügung gestellt.




„Weniger Radlunfälle durch Rechtsabbieger“


Im Zeitraum vom 8. - 19.05.2017 führte das Polizeipräsidium München im Rahmen der Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ eine zweiwöchige Schwerpunktaktion durch, bei der die in der Umfrage vom März am häufigsten genannten Örtlichkeiten überwacht wurden, an denen Kraftfahrer beim Rechtsabbiegen immer wieder die in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer übersehen würden.

Unter dem Gesamtmotto „Miteinander“ wurden Radfahrer, Kfz-Führer und Fußgänger gleichermaßen in die Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen einbezogen. Häufig waren auch uniformierte Fahrradstreifen im Einsatz.

Während des Aktionszeitraums reduzierte sich die Anzahl der Verkehrsunfälle mit der Unfallursache „Fehler beim Abbiegen nach rechts“ mit beteiligten Radfahrern von 10 auf 5 (- 50%).

Insgesamt wurden 1.195 Kraftfahrer beanstandet.

In 105 Fällen wurden sie wegen des unterlassenen Schulterblicks oder der Behinderung eines Radfahrers mit einem Verwarnungsgeld beanstandet, in 26 Fällen erhielt ein Fahrzeuglenker wegen Gefährdung eines Radfahrers sogar eine Anzeige. In weiteren ca. 250 Fällen beließen es die Beamten bei einer mündlichen Verwarnung. Bei den restlichen Beanstandungen handelte es sich vor allem um Verstöße gegen die Gurtpflicht, unerlaubte Nutzung eines Mobiltelefons oder Rotlichtverstöße.

3.327 Mal, und damit fast drei Mal so oft, mussten Radfahrer beanstandet werden.

Bei den Fahrradfahrern wurde häufig das sogenannte „Geisterradln“, also das Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, festgestellt.
Auch die vorschriftswidrige Ausrüstung bzw. Beleuchtung, das Radln auf Gehwegen, die Handybenutzung sowie Rotlichtverstöße wurden beanstandet.

588 Fußgängern fielen auf, weil sie auf Radwegen gingen, das Rotlicht der Fußgängerampel missachteten oder sonst unaufmerksam oder außerhalb der Fußgängerfurten die Fahrbahn überquerten.

Die Verkehrsteilnehmer zeigten sich insgesamt einsichtig und äußerten ganz überwiegend Verständnis für die Kontrollen bzw. begrüßten diese ausdrücklich. Dies besonders, nachdem ihnen die möglichen – oft gravierenden – Folgen ihres Fehlverhaltens für sich selbst und andere erläutert wurden.

Während der Sommermonate werden die polizeilichen Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen im Rahmen des täglichen Streifendienstes fortgeführt.

Wer sich nicht an die Verkehrsvorschriften hält und somit eine Gefahr für sich selbst und andere darstellt, muss also weiterhin mit einer Beanstandung rechnen.


Überprüfung der häufiger genannten Örtlichkeiten


Darüber hinaus werden die im Rahmen der Umfrage häufiger genannten Örtlichkeiten in den nächsten Wochen durch die zuständigen Polizeiinspektionen vor allem bezüglich Mängeln in der Beschilderung, Markierung oder Signalisierung überprüft und ggf. Anregungen und Verbesserungsvorschläge an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Dies umfasst die im Rahmen der Umfrage genannten Örtlichkeiten ab einer Nennungshäufigkeit von jeweils 3 oder mehr Nennungen, sowie alle Örtlichkeiten, an denen sich ein Fahrradunfall mit Hauptunfallursache 34 ereignet hat, hinsichtlich eventueller Auffälligkeiten oder in den Umfragekommentaren genannter verkehrsrelevanter Angaben zu überprüfen und ggf. erforderliche Maßnahmen anzuregen.

Insgesamt sind somit 155 mehrfach genannte und 44 weitere Unfall-Örtlichkeiten zu überprüfen, das sind 17,7 % der bei der Umfrage genannten 1124 Örtlichkeiten.


Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“


Verkehrsunfälle haben in den allermeisten Fällen im falschen Verhalten eines oder mehrerer Beteiligter ihre eigentliche Ursache. Teilweise liegt auch riskantes und manchmal sogar bewusstes Fehlverhalten zu Grunde.

Zumindest während und nach unseren bisherigen Schwerpunktaktionen der vergangenen Jahre konnten wir positive Verhaltensänderungen – hin zu mehr Beachtung der Verkehrsregeln und mehr Rücksichtnahme – unter den Verkehrsteilnehmern feststellen. Dennoch ist eine weitere Verbesserung der Regelkonformität und des Miteinanders rund um den Radverkehr dringend erforderlich, denn jeder einzelne Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel.

Mit einem ausgewogenen Anteil an Verkehrsaufklärung, Verkehrsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit wirken wir deshalb auf eine weitere Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Menschen im Ballungsraum München hin.
Die bewährte Kooperation mit der Landeshauptstadt München setzen wir auch heuer fort, um mit mehr Effektivität noch mehr Bürger zu erreichen und noch mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.

Mit zunehmend warmem Wetter stehen natürlich Biergartenbesuche an. Hierbei bitten wir dringend Folgendes zu beachten: Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken für Radfahrer bereits bei 0,8 Promille signifikant höher! Radfahrer machen sich bereits ab 0,3 Promille strafbar, wenn bei ihnen eine alkoholbedingte Fahrunsicherheit festgestellt wird oder sie einen Unfall verursachen. Ab 1,6 Promille wird das Rad fahren als Straftat verfolgt. Der Entzug der Fahrerlaubnis ist möglich. Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad ist nach Alkoholgenuss daher keine sinnvolle Alternative.

Die Münchner Polizei sagt eindeutig „ja“ zum freiwilligen Tragen des Fahrradhelms! Beim Mo-torrad- oder beim Skifahren haben sich Schutzhelme mittlerweile etabliert. In punkto Fahrradhelm besteht jedoch ein deutlicher Nachholbedarf.



Maßnahmen


So kommen im Rahmen unserer Verkehrsüberwachungsmaßnahmen bei Verstößen von Kfz-Führern beispielsweise die Benutzung von Mobiltelefonen, Fehler beim Abbiegen, das Parken auf Radwegen, das unvorsichtige Öffnen von Fahrzeugtüren oder die Missachtung von Rotlicht zur Ahndung. Damit sollen die Rahmenbedingungen für die Radfahrer verbessert und mehr Sicherheit für die Radfahrer erzielt werden.

Fußgänger werden beim unachtsamen oder ordnungswidrigen Überqueren der Fahrbahn oder dem widerrechtlichen Benutzen von Radwegen angesprochen oder beanstandet. Besondere Gefahren bestehen zudem in der Ablenkung durch Kopfhörer und Handy.

Auch bei Radfahrern legen wir unser Augenmerk insbesondere darauf, dass keine Handys bedient werden. Bei getragenen Kopfhörer werden wir ebenfalls auf die erheblichen Gefahren eingeschränkter Wahrnehmung hinweisen und bei lauterer Musik das ordnungswidrige Verhalten auch verwarnen. Zudem werden wir auf unerlaubtes Gehwegradln, sowie die korrekte Radwegbenutzung achten, da „Geisterradln“ oft folgenschwere Unfälle verursacht. „Rotlichtsünder“ stehen ebenfalls im Fokus der Kontrollen.


Zudem wird die Münchner Polizei u.a.

mit dem Flyer „Augenblick bitte!“ Autofahrer daran erinnern beim Rechtsabbiegen Blickkontakt mit Radfahrern aufzunehmen,

mit dem Flyer und Aufkleber „Geisterradler gefährden!“ auf die mit diesem häufigen Fehlverhalten einhergehenden Risiken hinweisen,

mit einer Checkliste die vollständige Ausrüstung von Fahrrädern kontrollieren und

mit „Roten Karten“, eine für Radfahrer, die andere für Kfz-Führer und Fußgänger auf gefahrenträchtige Verstöße und deren Rechtsfolgen hinweisen und einen Anstoß zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr geben,

mit Infoständen an Örtlichkeiten besonders schwerer Unfälle und bei Veranstaltungen der Landeshauptstadt München präsent sein.

Zusätzlich veranschaulichen wir in unseren Videospots der Filmreihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel!“ Gefahrensituationen und Empfehlungen, welche auch auf unserer Facebook-Seite und über YouTube abrufbar sind.



Bewährte Kooperation mit der Stadt München


Die bewährte Kooperation mit der Landeshauptstadt München setzen wir auch heuer fort, um mit mehr Effektivität noch mehr Bürger zu erreichen und noch mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.





Polizeivizepräsident Werner Feiler: „Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer, im Straßenverkehr mehr aufeinander Rücksicht zu nehmen. Seien Sie bitte den Kindern und Jugendlichen ein positives Vorbild und halten Sie sich an die Verkehrsvorschriften. Durch ein rücksichtsvolles und partnerschaftliches Verhalten können wir alle zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen!“


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