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18.11.2015, PP München


„Betrüger sind mit allen Wassern gewaschen. Wir lassen Sie nicht im Regen stehen!“ - Neue Kampagne der HypoVereinsbank und des Polizeipräsidiums München gegen den Enkeltrick

Frau wird von Betrüger angerufen
Hallo Gerlinde, rat' mal wer dran ist?

„Hallo, rate doch mal wer dran ist!“ Mit diesen Worten beginnt eine Betrugsmasche, die seit Jahren die Polizei beschäftigt und leider immer wieder ältere Menschen hohe finanzielle, aber auch massive seelische Schäden zufügt. Zusammen mit der HypoVereinsbank warnt die Münchner Polizei in einer gemeinsamen Präventionsaktion unter dem Slogan „Betrüger sind mit allen Wassern gewaschen. Wir lassen Sie nicht im Regen stehen!“ vor diesen skrupellosen, gut organisierten und hinterhältigen Tätern. Über 600 mal wurden ältere Menschen in München allein in diesem Jahr unter dem Vorwand einer finanziellen Notlage angerufen. Auch wenn nur ein kleiner Teil der Angerufenen auf diesen Trick hereinfielen liegt der Schaden weit über einer halben Million Euro. Die Kampagne der HypoVereinsbank und des Polizeipräsidiums München beginnt am Montag, den 23.11.2015 und endet am Montag, den 07.12.2015.


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Präventionsplakat der Münchner Polizei und der HVB
Präventionsplakat der Münchner Polizei und der HVB
Kennen Sie den Enkeltrick?
Der Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Betrugsform, der für die Betroffenen oft existenzielle Folgen haben kann.
Die Täter (sowohl männlich, als auch weiblich) rufen gezielt ältere Menschen an, geben sich diesen gegenüber als Verwandte (z.B. Nichte oder Enkel) oder Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, Auto- oder Wohnungskauf. Die einstudierte Gesprächstaktik der Täter setzt die Opfer unter Druck. Die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft der älteren Menschen werden gezielt ausgenutzt, um an deren Ersparnisse zu gelangen.

Auf diese Weise werden Senioren oft um die Ersparnisse ihres ganzen Lebens betrogen. Zusätzlich sehen sie sich häufig den Vorwürfen und dem Unverständnis ihrer „richtigen“ Verwandten ausgesetzt.

Wie gehen die Täter vor?

  • Die Betrüger durchsuchen Telefonbücher gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen (z.B. Gerlinde, Elfriede usw.). Die Auswahl wer angerufen wird, ist daher absolut zufällig.
  • Viele Telefonanrufe beginnen mit „Hallo, rat’ mal wer dran ist?“
  • Nennen Sie daraufhin einen Namen aus Ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis, geben sich die Täter als die genannte Person aus.
  • Durch geschickte Gesprächsführung macht der Täter glaubhaft, ein Verwandter zu sein. Wenn Sie wegen der veränderten Stimme misstrauisch werden, wird dies mit Heiserkeit oder schlechter Telefonverbindung begründet. Die Anrufer sind sehr eloquent und damit auch überzeugend.
  • Typischerweise lenkt der Täter das Gespräch im Verlauf darauf, dass er sich in einer Notsituation befindet und dringend eine hohe Summe an Bargeld (z.B. 25 000 Euro) oder Wertsachen (Schmuck, Münzen etc.) meist als Leihgabe benötigt. Vorgegeben wird häufig, dass dieses Geld für die Reparatur/den Kauf eines Kfz oder einer Immobilie gebraucht wird.
  • Die Betrüger bestehen immer auf eine unmittelbare Bargeldübergabe. Überweisungen oder zeitliche Verzögerungen werden nicht akzeptiert.
  • In der Regel werden Sie zu absoluter Verschwiegenheit ermahnt und dazu überredet, bei ihrem Geldinstitut hinsichtlich der Verwendung des Geldes die Unwahrheit zu sagen.
  • Durch die Anzahl der Telefonanrufe (teilweise im 2-Minuten-Takt) sollen Sie psychisch unter Druck gesetzt werden.
  • Das gutgläubige Opfer geht häufig noch am selben Tag zur Bank, um das Geld abzuheben.
  • Zurück in der Wohnung, erreicht Sie ein weiterer Anruf. Der Enkel/Verwandte/Bekannte bedankt sich für die Hilfsbereitschaft und berichtet bedauernd, er könne leider nicht selbst das Geld abholen. Aber ein guter, absolut vertrauenswürdiger Freund oder ein offiziell Beauftragter, z.B. Mitarbeiter, Mitarbeiterin eines Notars/Immobilienbüros etc. werde das Geld in Empfang nehmen. Gehen Sie hierauf ein, steht kurz darauf der „Freund“ vor der Tür, nimmt das Geld dankend an und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Tipps der Polizei

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und Geldforderungen stellen.
  • Rufen Sie bei ihrem Enkel/Neffe/Nichte an und vergewissern Sie sich, ob diese tatsächlich angerufen hat und Geld benötigt!
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, z.B. nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen – auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln.
  • Ändern Sie Ihren Eintrag im Telefonbuch, indem Sie Ihren Vornamen abkürzen. Damit entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf Sie aufmerksam zu werden! Ein entsprechendes Formular finden Sie im Anhang zum Herunterladen und Ausdrucken.
  • Informieren Sie Verwandte, Bekannte und Kunden über die Betrugsform. Hilfreiche Hinweise sind im Anhang aufgeführt.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt – Notruf: 110

Presseveröffentlichungen


Weitere Informationen


Videodatei


Nachgesprochener Enkeltrickanruf


Weitere Informationen unter folgenden Links



Lassen Sie sich zum Thema „Enkeltrick“ professionell beraten. Kontaktieren Sie uns – Ihre Polizei München.
Polizeipräsidium München
Kommissariat 105 (Prävention und Opferschutz)
Tel.: 089/2910-4444

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