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12.02.2016, PP München


Sicher unterwegs in Reisemobil und Caravan



Die Polizei registriert immer wieder Fälle, bei denen auf Rastanlagen und Autobahnparkplätzen die Insassen von Reise-mobilen und Caravans bestohlen werden. Die Täter nutzen hierzu oftmals die Schlaf- und Ruhezeiten aus, um unbemerkt in das Fahrzeuginnere einzudringen und Wertsachen wie z.B. Bargeld, Scheck- und Kreditkarten, Schmuck und Handys zu entwenden.

In den Zubehörmärkten gut sortierter Reisemobilhändler bzw. bei entsprechenden Fachfirmen finden sich viele Produkte, die das Fahrzeug, den Aufbau und die Insassen sichern, beziehungsweise Täter vor dem Zugriff abschrecken können.




Technische Sicherungen


  • Schloss und Riegel

Zusatzschlösser an der Aufbautür und Sperren an den Fahrerhaustüren, die z. B. verhindern, dass die Knöpfe der Türverriegelung aus der Position gehoben werden, bringen mehr Sicherheit.


  • Elektronische Überwachungs- und Meldeanlagen

Grundsätzlich bestehen solche Systeme aus Sensoren, einer Steuerelektronik und den Alarmmeldern. Es wird unter-schieden in einfache Kontaktsensoren an den Türen und Klappen, Sensoren die auf Bewegung reagieren, solche die unterschiedliche Druckverhältnisse erkennen oder auf das Einbringen von Mitteln reagieren. Eine Detektion quittiert die Anlage mit einem ohrenbetäubenden Signal. Zusätzlich sind auch optische Signale, z.B. über die Fahrtrichtungsanzeiger des Fahrzeuges, möglich.


  • Wertdepots

Sperren Sie Wertgegenstände in einem fest verankertem Wertbehältnis (Wohnmobiltresor) ein.


  • Gepäckboxen, Motorrad und Fahrräder

Zusatzschlösser vermindern auch hier das Risiko, Opfer eines Diebstahls zu werden. Sichern Sie mit zusätzlichen, massiven Zweiradsicherungen auf Heckträgern transportierte Motor- oder Fahrräder. Entfernen Sie vor dem Transport alle „losen“ Teile wie Luftpumpen, Schutzbleche, Gepäcktaschen etc., auch aus Gründen der Verkehrssicherheit Ihres Fahrzeugs. Denn löst sich ein solches Teil während der Fahrt, kann es nachfolgende Verkehrsteilnehmer gefährden.


  • Außenbeleuchtung

Ein brauchbares Abwehrmittel gegen Einbrecher kann eine Außenleuchte sein, wenn sie im richtigen Moment eingeschaltet wird. Wer keine Außenleuchte am Aufbau hat, bekommt Nachrüstmodelle, auch mit integriertem Bewegungsmelder.


  • Weitere Maßnahmen

wie z. B. Sicherungen für Schiebe- oder Ausstellfenster, Sicherungen für Außenklappen, Sicherungen für Heckleitern, die ein unbefugtes Besteigen des Daches verhindern können, etc.


Umsichtiges Verhalten


  • Schlafplatz

Vermeiden Sie ggf. das Übernachten auf Autobahnrast- und -parkplätzen. Bedingt durch die Anonymität und den hohen Lärmpegel können potenzielle Täter oftmals unerkannt „arbeiten“. Mehrere Reisemobile und/oder Caravans auf einem Platz bringen nicht unbedingt mehr Schutz. Abseits der Autobahn stellen viele Gemeinden einen für Reisemobile ausgewiesenen Übernachtungsplatz oft kostenlos zur Verfügung.


  • Campingplatz

Ein Campingplatz ist ohne Zweifel der sicherste Ort für ein Reisemobil oder einen Caravan. Hier wird in der Regel kontrolliert, wer den Platz betritt. Die Nachbarn wissen wer zu einem Campingfahrzeug gehört und wer nicht. In der Hauptreisezeit patrouillieren nicht selten Ordnungskräfte zur Nachtzeit auf und um den Platz. Trotzdem, auch hier gibt es keine hundertprozentige Sicherheit.


  • Wertsachen

Lassen Sie keine Wertgegenstände offen im Fahrerhaus oder im Wohnbereich liegen, sondern sperren Sie diese in ein Wertbehältnis ein. Sollten Sie nicht über ein solches Behältnis verfügen, nehmen Sie Wertgegenstände mit in den Schlafbereich und verstauen diese an einem sicheren Platz.


  • Türen, Fenster, Dachluken, Außenklappen

Schließen Sie Ihr(e) Fahrzeug(e) grundsätzlich ab, auch wenn Sie Ihr Reisemobil, Ihr Zugfahrzeug oder Ihren Caravan nur kurz verlassen. An belebten Plätzen, Sehenswürdigkeiten oder Stränden besteht auch tagsüber eine erhöhte Einbruchgefahr.


  • Mobiltelefon

In unvorhergesehenen und unübersichtlichen Situationen hilft gegen dreiste Straßenräuber ein gesundes Misstrau-en. Mitunter wird eine Panne oder ein Unfall vorgetäuscht, um die überraschten Reisenden zum Anhalten zu bringen und dann zu bestehlen oder auszurauben. Führen Sie deswegen Ihr Handy griffbereit und eingeschaltet mit. Solche Täter reagieren allergisch auf Handys. Signalisieren Sie, dass Sie Hilfe anfordern beziehungsweise die Polizei verständigen.


  • Was Sie vermeiden sollten

Versuchen Sie nicht Ihr Reisemobil oder Ihr Gespann mit Waffengewalt zu verteidigen. Sie gefährden dadurch nicht nur sich selbst sondern auch andere unnötig.



Rufen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort über Notruf die Polizei.

Prägen Sie sich besondere Merkmale der beteiligten Personen ein und notieren Sie Kennzeichen, Farbe und Marke der Fahrzeuge der Täter.

Falls Sie Opfer einer Straftat geworden sind, erstatten Sie bitte umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.

Weitere Hinweise unter www.polizei-beratung.de (z.B. Schutz rund ums Kraftfahrzeug, Sicherheit im Urlaub)


Informationen als PDF-Datei


Weitere Tipps für Reisemobil- und Caravanbenutzer


Beim Übernachten auf unbewachten Stellplätzen


Aufmerksame Stellplatznachbarn können Dieben das Leben schwer machen. Im Zweifelsfall lieber einmal mehr die Polizei anrufen.


  • Die Stützen am Fahrzeug nicht absenken. Das Fahrzeug so aufstellen, dass in Notsituationen sofort ohne Rangieren abgefahren werden kann.
  • Fahrzeugschlüssel griffbereit am Schlafplatz ablegen.
  • Keine Gurte oder starre Verriegelungen zur Fixierung der Fahrerhaustüren zwischen den Türgriffen benutzen. Sie können sonst in Notlagen nicht auf dem Fahrersitz Platz nehmen.
  • Wenn jemand draußen am Mobil hantiert, sollte in jedem Fall einer Konfrontation aus dem Wege gegangen werden. Meist suchen die potenziellen Täter schon das Weite, wenn sich im Fahrzeug etwas regt.
  • Schlagen Sie Alarm! Sie können zum Beispiel mit einer kostengünstigen Fanfare (z.B. Luftdruckhorn aus dem Bootszubehörhandel) Ihre Stellplatznachbarn alarmieren oder andere Personen zur Hilfe herbeirufen.

Rastplatz- und/oder Tankaufenthalte


Kontrollieren sie nach jedem Rastplatz- oder Tankaufenthalt die Reifen nach möglichem Druckverlust und Ihr(e) Fahrzeug(e) auf eventuelle Beschädigungen. Trickdiebe könnten Ihr Fahrzeug nämlich so manipulieren, dass Sie später bei der Weiterfahrt auf der Autobahn eine Panne haben. Vorsicht ist besonders dann geboten, wenn alsbald „freundliche Helfer“ in Er-scheinung treten. Während einer Sie in ein Gespräch verwickelt um Sie und Ihre Mitreisenden abzulenken, wird ein anderer (andere) versuchen Wertgegenstände aus dem häufig nicht ab-gesperrten Fahrzeug zu entwenden.


Wertsachen/Bargeld


"Die Täter sind in der Regel auf den schnellen Erfolg aus". Nur in Ausnahmefällen und bei passender Gelegenheit nehmen sich Einbrecher die Zeit, alle Schränke und weitere Behältnisse zu durchsuchen. Deswegen:


  • Verteilen Sie Ihre Wertsachen im Reisemobil.
  • Legen Sie einen alten Geldbeutel ins Handschuhfach (Köder) beispielsweise mit abgelaufenen Kreditkarten und/oder Fremdwährung, die hohe Zahlen aufweist, aber nur wenig wert ist.
  • Führen Sie nur beschränkt Bargeld mit. Selbst in vielen kleinen Orten gibt es inzwischen Geldautomaten. Es besteht daher kein Grund, große Bargeldbeträge im Reisemobil oder Caravan zu „bunkern".
  • Für den Fall, dass Scheck- und Kreditkarten gestohlen werden, sollten Sie die Servicenummern zum Sperren der Karten getrennt von diesen aufbewahren. Nur so können Sie verhindern, dass der Täter auf Ihre Kosten einkaufen geht.

Wenn die Karte weg ist!


Unter den folgenden Nummern können EC- und Kreditkarten gesperrt werden. Der Sperrnotruf*) ist täglich 24 Stunden erreichbar:


Allgemeiner Sperrnotruf
in Deutschland gebührenfrei
116116
Allgemeiner Sperrnotruf
aus dem Ausland (gebührenpflichtig)
0049 116116
0049 30 4050 4050

Ausführliche Informationen finden Sie im Internet unter www.sperr-notruf.de
*) Einige Privatbanken nehmen noch nicht am Sperr-Notruf teil. Fragen Sie bei Ihrer Bank ob Sie Ihre Karten über den Sperr-Notruf 116 116 sperren können.


Hilfe beim deutschen Konsulat:


Damit der Bestohlene Kontakt in die Heimat aufnehmen kann, wird ihm in der Regel Telefon, Faxgerät oder Computer zur Verfügung gestellt. Finanzielle Unterstützung gibt es nur in extremen Ausnahmefällen.


Wenden Sie sich bitte an das


Polizeipräsidium München

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle - K 105 -

Ettstraße 2, 80333 München

Telefon 089/2910-3430 Telefax 089/2910-4400





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