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10.10.2011, PP München


Wiesnreport vom 05.10.2008

Wiesnlogo 2008
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Inhalt:

1458. Wiesn-Bilanz 2008

1459. Italienischer Taschendieb im Festzelt festgenommen

1460. Marokkanischer Taschendieb festgenommen

1461. Raub einer Digitalkamera

1462. Italienische "Rucksackdiebe" in Lochhausen festgenommen

1463. Bulgarischer Taschendieb im Festzelt festgenommen




1458. Wiesn-Bilanz 2008
„Die Münchner Polizei ist mit dem Verlauf der Wiesn 2008 insgesamt zufrieden. Auch wenn sich die Zahl der Einsätze und die Zahl der Delikte erhöht hat, kann man angesichts von über sechs Millionen Besuchern und dem Faktor Alkohol noch von einer normalen Wiesn sprechen,“ so Polizeivize-präsident Robert Kopp.

Die mehr als 300 Beamten der Wiesn-Wache mussten dieses Jahr mit ca. 1.975 knapp 10 % mehr Einsätze (2007: 1.779) bewältigen. Die Steigerung erklärt sich mit der verstärkten Kontrolltätigkeit, was besonders bei den durchgeführten Gewahrsamnahmen deutlich wird. Die Beamten schritten deutlich öfters bereits vor dem Entstehen eines Konfliktes ein und entschärften die Situation durch die Mitnahme aggressiver Personen.

Die vorläufige Gesamtzahl der bekannt gewordenen Straftaten liegt dieses Jahr mit 1.405 (2007: 1.109) deutlich über der des Vorjahres. Dies erklärt sich durch eine neue Software, die beim Polizeipräsidium München eingeführt wird. Dadurch ist es möglich, für die Statistik Straftaten sofort zu erfassen, auch wenn diese nicht in München sondern bei anderen bayerischen Polizeidienststellen erstattet wurden. Diese Straftaten wurden in den vergangenen Jahren erst im Nachgang bekannt.

Wie bereits berichtet, gerieten am 7. Wiesntag ein indischer, pakistanischer und serbischer Oktoberfestbesucher vor einem Verkaufstand in Streit. Im Verlauf der Auseinander-setzung verletzte der Serbe seine Kontrahenten mit einem Springmesser. Dabei traf er den Inder am Hals und den Pakistani am Oberschenkel. Der 33-jährige Täter konnte von unbeteiligten Wiesnbesuchern überwältigt und der Polizei übergeben werden. Der Mann wurde mittlerweile wegen eines versuchten Tötungsdeliktes in Untersuchungshaft genommen.

Die Zahl der Raubstraftaten ging mit 12 Delikten um knapp 8 % zurück (2007: 13). Von den 12 Raubtaten ereigneten sich vier am letzten verlängerten Wiesnwochenende. Im Umfeld der Festwiese wurden fünf Raubstraftaten gezählt, im Vergleichszeitraum 2007 waren es sieben.

Wie im Vorjahr ereignete sich auf dem Oktoberfest sechs Vergewaltigungen bzw. sexuelle Nötigungen, davon drei Versuchshandlungen.
Am ersten Wiesntag versuchte ein italienischer Festbesucher im Hofbräuzelt einer 18-Jährigen in den Intimbereich zu fassen, was ihm aber durch die Gegenwehr seines Opfers nicht gelang. Einige Zeit später gelang ihm dies jedoch bei einer erheblich alkoholisierten 18-Jährigen. Der Täter wurde von Beamten der Festwiesenwache festgenommen.
Im zweiten Fall wurde ein Mann bei einer 19-Jährigen am Hügel an der Anlieferstraße West zunächst zutraulich. Nachdem das Opfer seine Notdurft verrichtet hatte, betatschte der Täter die Frau. Als sie laut aufschrie und sich wehrte, flüchtete der 50-jährige Mann, konnte aber ebenfalls festgenommen werden.
Am Samstagabend des mittleren Wiesn-Wochenendes wurde eine erheblich alkoholisierte 23-jährige italienische Touristin auf der Theresienwiese von einem bislang Unbekannten von hinten gepackt, in ein Gebüsch gezogen und vergewaltigt.
Im Umfeld des Oktoberfestes ereignete sich eine versuchte Vergewaltigung, während im letzten Jahr drei Vergewaltigun-gen mit Wiesn-Bezug gemeldet wurden.

Bei den sonstigen Sexualdelikten wie Busengrabschen oder Fotografieren unter den Rock konnten wir dieses Jahr einen Rückgang von knapp 15 % verzeichnen (2008: 23 Delikte, 2007: 27 Delikte).

Die Anzahl der Taschendiebstähle bleib nahezu gleich, 2007 wurden 351 Fälle angezeigt, in diesem Jahr 358 Delikte. Der Einsatz der Taschendiebfahnder mit Unterstützung von Kollegen aus Rumänien, der Schweiz und Belgien sowie von Beamten aus Berlin und der Bundespolizei war überaus erfolgreich. Ihnen gelang die Festnahme von 49 Taschendieben (2007: 48). Die Mehrzahl der Taten wurde in den Festzelten begangen, wobei die Täter die späteren Abendstunden und die Alkoholisierung der Gäste für sich ausnutzten. Bei den 49 festgenommenen Taschendieben handelt es sich bei 40 Tätern um Nichtdeutsche, zwölf davon aus ost- bzw. südeuropäischen Ländern. Über ein Drittel der Taschendiebe waren Iraker, die in München wohnhaft sind. In 14 Fällen waren klassische Taschendiebbanden am Werk, die zum Teil bereits mit einschlägigen Delikten hinreichend polizeilich bekannt waren.

Häufig hatten es die Täter auf abgelegte Jacken und Taschen abgesehen. Neben Bargeld waren bei den Dieben Handys und digitale Fotoapparate ausgesprochen beliebt.

Die gefährlichen Körperverletzungen steigen um 30 % an. Wurden 2007 auf dem Oktoberfest noch 105 Delikte registriert, waren es dieses Jahr 137 Straftaten. In den meisten Fällen spielte bei den gefährlichen Körper-verletzungen der Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle.

Ein besonders tragischer Fall ereignete sich am Goetheplatz, wo ein 52-jähriger Münchner und vier Touristen aus Südamerika über ein freies Taxi in Streit gerieten. Der Sohn des 52-Jährigen und ein weiteres Pärchen wurden von den ausländischen Gästen geschlagen. Als der 52-Jährige schlichtend eingreifen wollte, traten ihn die Südamerikaner brutal nieder und schlugen auf ihn ein, bis er bewusstlos liegen blieb. Noch am Boden liegend traten sie gegen seinen Kopf, so dass der Mann wegen eines komplizierten Hals-wirbelbruchs mit Gefahr einer Querschnittlähmung in einem Münchner Krankenhaus notoperiert werden musste. Die Schläger wurden noch in Tatortnähe von der Münchner Polizei festgenommen.

Auch die Maßkrugschlägereien stiegen in diesem Jahr um knapp 10 % an. Wurde im letzten Jahr noch 53 Mal mit dem Trinkgefäß zugeschlagen, waren es in diesem Jahr 58 Fälle.

Die auffälligste Steigerung ist bei den einfachen Diebstählen erkennbar. Während im Jahr 2007 noch 451 Diebstähle zur Anzeige gebracht wurden, waren es in diesem Jahr 635, was einer Steigerung von über 40 % entspricht. Diese Zunahme dürfte sich mit den neuen Erfassungsmodalitäten beim Polizeipräsidium München erklären. In diesem Jahr werden erstmals sofort alle in Bayern angezeigten Diebstähle mit Wiesnbezug erfasst. Aber auch der Leichtsinn vieler Wiesnbesucher beim Umgang mit abgelegten Wertsachen führte zu einem Anstieg in diesem Deliktsbereich. Die Appelle der Münchner Polizei zu mehr Vorsicht führten in der zweiten Woche zu einem deutlichen Rückgang der angezeigten einfachen Diebstähle.

Das Gelände des Oktoberfestes wurde in diesem Jahr erstmals mit 15 Videokameras (bisher 12) überwacht. Dieses technische Hilfsmittel hat sich wieder einmal mehr als ausgezeichnetes Einsatz- und Führungsinstrument der Polizei erwiesen. In 168 Fällen konnten Einsätze mit Hilfe der Kameras unterstützt oder aufgrund von Beobachtungen Festnahmen ermöglicht werden.
So konnten beispielsweise bereits am ersten Wiesn-Samstag zwei 26 und 27 Jahre alte nigerianische Staatsangehörige dabei beobachtet werden, wie sie eine schlafende, stark alkoholisierte 42-jährige Amerikanerin auf dem Hügel hinter der Anlieferstraße West sexuell belästigten. Beide wurden im Rahmen der Sofortfahndung festgenommen.
Am darauffolgenden „Italiener-Wochenende“ wurden die Videobeobachter dann Zeuge einer gefährlichen Körperver-letzung, als ein 19-jähriger italienischer Staatsangehöriger während einer körperlichen Auseinandersetzung im Bereich der Wirtsbudenstraße seinem 23-jährigen amerikanischen Kontrahenten einen Maßkrug auf den Kopf schlug und im Anschluss daran auf sein bereits am Boden liegendes Opfer eintrat. Auch dieser Täter konnte vorläufig festgenommen und das Opfer sofort ärztlich versorgt werden.

Die im Vorfeld mit dem Oktoberfest ausgesprochenen Betretungsverbote gegen 40 amtsbekannte Schläger und Taschendiebe haben ihre Wirkung gezeigt. Hatte die Münchner Polizei letztes Jahr noch an beliebten Treffpunkten jugendlicher Gruppierungen provokantes und aggressives Auftreten feststellen müssen, gingen Einsätze dieser Art beachtlich zurück. Ein 18-jähriger türkischer Jugendlicher, der von der Münchner Polizei in einem Intensivtäterprogramm geführt wird, hatte das gegen ihn ausgesprochene Betretungsverbot ignoriert. Zu seinem Pech erkannte ihn ein Jugendbeamter und meldete diesen Verstoß an das Kreisverwaltungsreferat. Neben einem ausgesprochenen sofortigen Platzverweis erwartet den jungen Mann nun ein Zwangsgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Die Beamten der Wiesnwache erhielten dieses Jahr wieder Unterstützung von Südtiroler Polizisten. Fünf uniformierte Streifenbeamte aus Bozen gingen an den beiden letzten Wochenenden mit Münchner Beamten auf dem Münchner Oktoberfest Streifen. Ihr Einsatz diente in erster Linie der Deeskalation, insbesondere bei italienischen Besuchern. Aufgrund der Sprachkenntnisse konnte so auch viele Probleme direkt vor Ort gelöst werden.

Die Bundespolizei unterstützte wie in den vergangenen Jahren die Arbeit der Wiesnwache. Sie hatte ihren polizeilichen Schwerpunkt im und rund um den Hauptbahnhof und an der S-Bahn-Stammstrecke (bitte beachten Sie den beigelegten Pressebericht der Bundespolizei).

Insgesamt ist festzustellen, dass sich die Sicherheits-partnerschaft von Polizeien, Stadt, Rettungsdiensten, Wirten, Schaustellern und Ordnern auch dieses Jahr bestens bewährt hat.

Ein besonderes Augenmerk gilt während der Wiesn den Kraftfahrern. Wie jedes Jahr wurden eine Vielzahl von Kontrollstellen rund um die Wiesn aber auch im übrigen Stadtgebiet eingerichtet. Ein abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor. Allerdings zeigt sich bei den sichergestellten Führerscheinen der Trend zu einem leichten Rückgang. Gestiegen sind allerdings die Verwarnungen und die Abschleppungen wegen Falschparkens rund um das Oktoberfest. Das dürfte möglicherweise mit den weggefallenen Parkflächen im Südteil der Theresienwiese aufgrund des Zentralen Landwirtschaftsfestes in direktem Zusammenhang stehen. Ein abschließender Bericht zur Verkehrsstatistik wird in der Presserunde am Montag bekannt gegeben.


1459. Italienischer Taschendieb im Festzelt festgenommen
Ein 21-jähriger Italiener aus Pordenone wollte am 04.10.2008, gegen 21.00 Uhr, einer 19-jährigen Schülerin aus Dietzenbach deren Geldbeutel aus der Hosentasche ziehen.
Die Schülerin wurde aber durch einen leichten Druck auf den Diebstahlsversuch aufmerksam. Sie verständigte den Sicherheitsdienst im Festzelt, der bis zum Eintreffen der Polizei den verhinderten Taschendieb festhalten konnte.
Der festgenommene Italiener streitet den Tatvorwurf des Diebstahls vehement ab und ist mit einer Zahlung einer Sicherheitsleistung nicht einverstanden. Er wurde deshalb der Haftanstalt im Münchner Polizeipräsidium überstellt. Dort wird er heute einem Ermittlungsrichter vorgeführt.



1460. Marokkanischer Taschendieb festgenommen
Ein 17-jähriger Schüler aus Burgrieden war am 04.10.2008, gegen 00.30 Uhr, in Begleitung zweier Freunde auf dem Rückweg vom Oktoberfest. Auf einem Spielplatz nahe der Theresienwiese wurde er plötzlich von einer Gruppe Jugendlicher umringt. Ein 19-jähriger Marokkaner aus München zog dabei den eingeschüchterten Schüler dessen Geldbeutel aus der Hosentasche.
Aufmerksame Zeugen bemerkten den Vorfall und verständigten unverzüglich die Polizei. Diese konnten den Marokkaner noch in Tatortnähe festnehmen. Der Geldbeutel der ebenfalls in Tatortnähe wieder aufgefunden werden konnte, war allerdings leer. Aus diesem fehlten 20 Euro.


1461. Raub einer Digitalkamera
Ein 31-jähriger Arbeitsvermittler aus München wartete am 02.10.2008, gegen 22.30 Uhr, in der Anlieferstraße West vor den Toiletten auf seine Begleiter. Plötzlich trat ein 21-jähriger serbischer Lackierer aus München an den Wartenden heran und versuchte ihm dessen Digitalkamera aus der Hand zu reissen. Der Arbeitsvermittler wehrte sich vergeblich, so dass es dem Lackierer schließlich gelang mit der Kamera im Wert von mehreren 100 Euro zu flüchten.
Aufmerksame Zeugen und Polizisten der Wiesnwache sind auf den Überfall aufmerksam geworden und haben die Verfolgung des Räubers aufgenommen. Während seiner Flucht hatte der Lackierer die Kamera weggeworfen. Diese ging dabei zu Bruch.
Im Biergarten eines Festzeltes konnte der Räuber schließlich gestellt und festgenommen werden. Auf der Wiesnwache wehrte sich der Festgenommene vehement gegen die polizeilichen Maßnahmen. So trat er mit seinem Fuß gezielt gegen die Wade eines Polizeibeamten, was ihm zusätzlich zwei Strafverfahren wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte einbrachte.
Der Lackierer wird dem Ermittlungsrichter vorgeführt.



1462. Italienische "Rucksackdiebe" in Lochhausen festgenommen
Eine 20jährige Schülerin aus Solingen fuhr am 05.10.08, gegen 01.15 Uhr, nach einem Oktoberfestbesuch zu einem Campingplatz in Lochhausen. Dabei lernte sie drei Italiener kennen, von denen zwei ihr im Verlauf der gemeinsamen Fahrt anboten, ihren schweren Rucksack zu tragen. Dieses Angebot nahm diese allzu gerne an.

Wenig später bemerkte die Schülerin, dass sich die beiden 19 und 21 Jahre alten Italiener aus Tivoli an ihrem Gepäck zu schaffen machten. Die Schülerin verlangte ihren Rucksack zurück und stellte bei einer Durchsicht fest, dass daraus ihr Handy, ihre Digitalkamera und ihr Geldbeutel fehlten. Der Gesamtwert der fehlenden Gegenstände beläuft sich auf ca. 450 EURO.
Vom Campingplatz aus verständigte die Schülerin die Polizei, die die zwei Italiener auf dem Campingplatz gegen 02.10 Uhr festnehmen konnte. Die beiden Diebe wurden der Haftanstalt im Polizeipräsidium München überstellt.



1463. Bulgarischer Taschendieb im Festzelt festgenommen
Am 04.10.2008 wurde ein 41-jähriger Bulgare gegen 23.00 Uhr von Berliner Taschendiebfahndern dabei beobachtet, wie dieser mit einer Damenhandtasche unter dem Arm ein Bierzelt auf dem Oktoberfest verließ. Vergeblich versuchte er die Tasche mit zwei Jacken abzudecken.
Als er an einem nahe gelegenen Hügel die Handtasche durchsuchte, wurde der bulgarische Tourist festgenommen und der Haftanstalt des Münchner Polizeipräsidiums überstellt.
Der Tourist bestreitet den Diebstahl. Er wird heute einem Ermittlungsrichter vorgeführt.


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