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Die Münchner Polizei auf dem Oktoberfest 2002
Wiesn-Bilanz
Die Wiesn 2002 stellte die Polizei auch heuer wieder vor eine große Herausforderung. Aufgrund der erhöhten abstrakten Gefahr seit dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York, mussten auch heuer die Einsatzkräfte auf knapp 400 Polizei- und Kriminalbeamte erhöht werden.
Aus Sicht der Polizei kann der Verlauf auf dem größten Volksfest der Welt als völlig normal bezeichnet werden.
Die Körperverletzungsdelikte lagen mit 220 angezeigten Straftaten in etwa auf dem selben Niveau wie im Vorjahr.
Die Sexualstraftaten gingen insgesamt zurück. Es wurden fünf Vergewaltigungen mit Wiesnbezug registriert, wobei bei einigen angezeigten Vergewaltigungen die Sachverhalte weiterer Überprüfungen bedürfen.
Die Eigentumsdelikte stiegen im Vergleich zum Vorjahr etwas an, was aber sicher an der gestiegenen Besucherzahl liegen dürfte. In diesem Deliktsbereich waren vor allen Dingen die Taschendiebstähle mit 323 Delikten auffällig.
Die Maßnahmen, die im vergangenen Jahr aufgrund des Terroranschlages eingeführt wurden, zeigten auch heuer Wirkung. Die Anzahl der auf der Festwiese installierten Videokameras wurde auf neun erhöht. Aufgrund dieser Überwachung kam es zu Festnahmen wegen Diebstahls-, Körperverletzungs- und Betäubungsmitteldelikten. Auch konnten hilflose Personen auf den Überwachungsschirmen entdeckt und von Polizeibeamten oder Rettungskräften unterstützt werden. In einem Fall konnten Einsatzkräfte von den Beamten der Videoüberwachung vor bewaffneten Tätern gewarnt werden. Durch die Aufstellung der Kameras hinter den Bierzelten wurden auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Wiesnbesucher deutlich erhöht.
Sprengstoffsachverständige Beamte und entsprechend ausgebildete Diensthunde sowie Dienstpferde rundeten mit zusätzlichen Einsatzgruppen den Maßnahmenkatalog ab.
Die Drohanrufe und Bombendrohungen gingen im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zurück.
Es gab keine Einsatzsituation, bei der die Polizeibeamten an ihre Grenzen gestoßen wären. Insgesamt wurden bei den 1.416 Einsätzen lediglich elf Polizisten leicht verletzt. Diese erfreuliche Bilanz ist sicher auf die gute Vorbereitung und die sogenannte PE-Schulung (Polizeiliches Einsatztraining) zurückzuführen.
Die polizeilichen Tätigkeiten und Einsätze auf der Wiesn 2002 in absoluten Zahlen (bis einschließlich Samstag = 15 Tage):
Einsätze gesamt: 1.416
Anzeigen: 1.002
Festnahmen: 365
Der herausragendste Einsatz in diesem Jahr war sicher der Brand im "Glöckle"-Bierzelt. Vermutlich aufgrund eines technischen Defektes war in den Morgenstunden des 4. Oktobers ein Feuer ausgebrochen. Das Zelt wurde dabei völlig zerstört. Es entstand ein Sachschaden von etwa 300.000 EUR. Verletzt wurde dabei niemand.
Aber auch mit einigen kuriosen Ereignissen hatte die Polizei auf dem Oktoberfest zu tun.
So wurden am 25. September Beamte auf einen falschen Ordner hingewiesen. Der Mann war einem Ordnungsdienst gegen 22.30 Uhr aufgefallen. Er hatte einen Ordnerausweis dabei, der ganz offensichtlich verfälscht war. Außerdem führte er verschiedene Waffen, wie einen Teleskopschlagstock und ein Reizgassprühgerät mit. Der falsche Ordner wurde wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz, die Oktoberfestverordnung und Urkundenfälschung angezeigt.
Einen Tag später nahmen Beamte der Wiesnwache gegen 20.00 Uhr einen 30-jährigen Deutschen fest, der Wiesnbesuchern falsche Biermarken zum Preis von 5 EUR angeboten hatte. Bei ihm konnten noch 40 solcher Biermarken aufgefunden und sichergestellt werden.
Am 26. September, gegen 21.15 Uhr, gelang Einsatzkräften die Festnahme von zwei "Bankräubern". Die beiden angetrunkenen 22- und 23-jährigen Deutschen hatten im "Augustiner"-Festzelt eine Bierbank entwendet und wollten diese mit nach Hause nehmen. Ihr Beutezug endete am Haupteingang der Wiesn.
Am 1. Oktober erhielt die Polizei die Mitteilung, das sich lange nach Wiesnschluss, gegen 02.00 Uhr nachts, zwei Personen im Fahrgeschäft "Wilde Maus" aufhalten sollen. Verständigte Polizeibeamte entdeckten dort in etwa 15 m Höhe in einer Fahrgondel ein Pärchen, dass sich einen romantischen Platz für ihr Liebesspiel gesucht hatte. Der Betreiber des Fahrgeschäftes wurde geweckt und beförderte die 23-jährige Frau und ihren 27-jähriger Liebhaber mit einer Sonderfahrt auf den Boden.
Die "unvergessliche Nacht" hat den beiden schließlich nur Ärger und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch eingebracht.
Einsatzstatistik auf der Wiesn 2002
| Gesamtzahl der Einsätze der Festwiesenwache | 2002 | 2001 |
|
Samstag, 21.09.2002 |
139 |
112 |
|
Sonntag, 22.09.2002 |
70 |
78 |
|
Montag, 23.09.2002 |
52 |
49 |
|
Dienstag, 24.09.2002 |
40 |
37 |
|
Mittwoch, 25.09.2002 |
54 |
46 |
|
Donnerstag, 26.09.2002 |
65 |
57 |
|
Freitag, 27.09.2002 |
112 |
122 |
|
Samstag, 28.09.2002 |
176 |
198 |
|
Sonntag, 29.09.2002 |
90 |
74 |
|
Montag, 30.09.2002 |
52 |
69 |
|
Dienstag, 01.10.2002 |
67 |
111 |
|
Mittwoch, 02.10.2002 |
111 |
88 |
|
Donnerstag, 03.10.2002 |
102 |
67 |
|
Freitag, 04.10.2002 |
172 |
135 |
|
Samstag, 05.10.2002 |
74 |
137 |
|
Sonntag, 06.10.2002 |
|
93 |
Auszug aus dem Pressebericht vom Freitag, 20.09.02, Ziffer 1163
Nach dem 11. September 2001 musste von einer erhöhten abstrakten Gefährdungslage für die Wiesn ausgegangen werden. Aus diesem Grund wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. An dieser Lage hat sich bislang nichts geändert.
Das Polizeipräsidium München wird deshalb, wie im vergangenen Jahr, mit folgenden Maßnahmen reagieren:
Das seit Jahren bewährte Wiesn-Konzept mit
- hohem Personaleinsatz
- Gewinnung von Freiwilligen für den Dienst auf der Oktoberfestwache
- deren verstärkte Schulung und Ausbildung sowie
- der Ausbau der Ermittlungsarbeit und die Präsenz der Kriminalpolizei auf der Wiesn-Wache wird beibehalten.
Zusätzlich werden dieses Jahr die Wiesn-Einsatzkräfte durch Einheiten der Bereitschaftspolizei verstärkt.
Es wird anlassbezogene Kontrollen an den Zugängen und im Bereich der Wiesn geben. Daneben werden die Polizeistreifen, insbesondere im Außenbereich, durch Diensthunde und Dienstpferde unterstützt. Die Festzelte werden nach verdächtigen Gegenständen abgesucht und Spezialkräfte, wie beispielsweise sprengstoffsachkundige Beamte und Sprengstoffhunde, werden eingesetzt.
Die Videoüberwachung hat sich letztes Jahr sehr bewährt. Aus diesem Grund werden statt der bereits eingesetzten vier Videokameras, dieses Jahr insgesamt neun Videokameras im Einsatz sein. Dabei wird auch besonders auf die Bereiche hinter den Bierzelten ein Augenmerk gelegt.
Wiesnreport vom Sonntag, 22.09.2002
Pferd scheut beim Einzug der Wiesenwirte und verletzt Kutscher
Beim Einzug der Wiesenwirte und Brauereien am gestrigen Samstag, den 21.09.2002, kam es um 10.11 Uhr am Marienplatz zu einem Zwischenfall mit einer Pferdedroschke. Das Gefährt war auf dem Weg zur Aufstellung des Wiesenzuges und fuhr auf der Weinstraße in südlicher Richtung. In Höhe des Anwesens Marienplatz 20 kam der Droschke ein Bus der Linie 52 entgegen. Da beide Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikamen, mußte der Bus auf den Gehweg ausweichen. Vermutlich sah das linke Zugpferd, der 15jährige Wallach Kalimero sein eigenes Spiegelbild in der Windschutzscheibe des Busses und scheute davor zurück. Um die beiden nun nervös gewordenen Pferde zu beruhigen, stieg der mitfahrende Kutscher, ein 48jähriger Landsberger, vom Kutschbock. Dabei wurde er von Kalimero zu Sturz gebracht und anschließend noch von beiden Zugpferden getreten, bevor der unterhalb der Deichsel zum Liegen kam. Er erlitt dabei einen Bruch der rechten Schulter und mußte in einem Münchner Krankenhaus behandelt werden.
Unfall beim Kettenkarussell - Frau verletzt
Am ersten Wiesn-Tag, dem 21.09.2002, kam es gegen 17.00 Uhr zu einem Unfall beim Kettenkarussell auf der Festwiese. Eine 24jährige Australierin hatte in einem Sitz des Karussells Platz genommen. Die Sperrbügel waren zu diesem Zeitpunkt ordnungsgemäß geschlossen worden. Nachdem das Kettenkarussell angefahren worden war, stemmte sich sie Australierin nach Zeugenaussagen plötzlich in ihrem Sitz hoch. Der Betreiber rief über Lautsprecher noch mehrmals "Sitzen bleiben" und fuhr das Karussell sofort herunter. Noch ehe es endgültig zum Stillstand kam, rutschte die leichtsinnige Frau aus ihrem Sitz und fiel gegen eine Umzäunung. Sie zog sich dabei Schädelverletzugen zu und mußte mit dem Notarzt in eine Münchner Klinik verbracht werden. Nach Aussage des behandelnden Arztes sind die Verletzungen zwar schwer, es besteht aber keine Lebensgefahr. Das Fahrgeschäft wurde sofort durch den TÜV Süddeutschland begutachtet. Allerdings konnte hier keinerlei Grund zur Beanstandung gefunden werden und der Betrieb wurde umgehend wieder freigegeben.
Wiesenbesucher wird seiner Geldbörse beraubt
Ein 57jähriger Schweizer wurde am 1. Wiesentag, am Samstag, den 21.09.2002, in einem Festzelt beraubt. Der Mann wollte gegen 17.30 Uhr von der Toilette zurück an seinen Biertisch gehen, als er einen Schlag gegen die Halsschlagader bekam und dadurch irritiert wurde. Als er sich wieder gefaßt hatte, stellte er fest, dass sein Geldbeutel mit ca. 350 Euro geraubt worden war. Im allgemeinen Gedränge konnte von ihm kein Tatverdächtiger mehr ausgemacht werden.
Wiesnreport vom Montag, 23.09.2002
Vergewaltigung auf der Wiesn - Täter festgenommen
Eine Münchner Schülerin befand sich am Eröffnungstag des Oktoberfestes zusammen mit Freunden auf der Wiesn. Im Laufe des Abends lernte die junge Frau einen Amerikaner, der sich an ihren Tisch gesetzt hatte, kennen und unterhielt sich mit ihm. Später kam es zwischen ihr und dem Mann zum Austausch von Zärtlichkeiten und Küssen. Kurz nach 23.00 Uhr verließen alle das Festzelt und gingen in Richtung U-Bahn. In dem dichten Gedränge verlor die Schülerin ihre Bekannten aus den Augen und war mit dem Amerikaner plötzlich alleine. In einem günstigen Augenblick packte der Mann das Mädchen fest an der Hüfte und warf sie unter einen Lastwagen, so dass sie von außen nicht gesehen werden konnten. Dann legte er sich zu der jungen Frau und zwang sie zu sexuellen Handlungen. Dabei würgte er das Mädchen auch. Als sie den Täter fest in die Hand biss und er seinen Griff löste, konnte die Schülerin flüchten. Sie lief zu einer Gruppe von jungen Leuten und bat dort um Hilfe. Der Täter war zwischenzeitlich jedoch geflüchtet. Der Vorfall ereignete sich etwa gegen 23.15 Uhr. Gut eine Stunde später gingen ein 39-jähriger Festzeltordner und sein 14-jähriger Sohn nach Hause. In der Wirtsbudenstraße kam ihn ein Mann entgegen, der im Vorbeigehen unvermittelt auf den 14-Jährigen einschlug. Der Vater, der seinem Sohn zu Hilfe kam, wurde ebenfalls durch den Täter angegangen und durch einen Schlag auf den Boden geworfen. Herbei eilende Kollegen des Ordners hielten den Beschuldigten, es handelt sich bei ihm um einen 26-jährigen Amerikaner, bis zum Eintreffen der Polizei fest. Von den Beamten wurde er zur Wiesenwache gebracht. Dort hielt sich um diese Uhrzeit auch noch das vergewaltigte Mädchen auf, das den festgenommenen Amerikaner sofort als ihren Vergewaltiger wieder erkannte.
Handtaschenraub am Geburtstag
An ihrem 13. Geburtstag hielt sich eine Schülerin aus Fürstenfeldbruck am Sonntag, gegen 18.15 Uhr, zusammen mit Freundinnen, auf der Wiesn auf. Nach einer Fahrt mit dem Autoscooter in der Schaustellerstraße versperrte ein unbekannter Mann dem Mädchen den Weg zu seinen wartenden Freundinnen. Als die 13-Jährige ihn bat, sie vorbeizulassen, forderte der Täter sie auf, ihm die Handtasche zu geben, ansonsten würde er sie schlagen. Gleichzeitig griff der Unbekannte nach der Tasche und schlug dem Mädchen, das sich gegen die Wegnahme wehrte, mit der Faust auf die rechte Wange. So gelang es ihm auch, die Handtasche zu erbeuten. Der Täter entnahm daraus die Geldbörse, ein Brillenetui und ein Handy, steckte alles in seine Manteltasche und warf der 13-Jährigen die Tasche vor die Füße. Anschließend entkam er in dem Getümmel. Die 13-Jährige wurde bei dem Überfall nicht verletzt.
Täterbeschreibung:
Ca. 40 bis 44 Jahre alt, 1,85 m groß und schlank; vermutlich handelt es sich um einen Ausländer, mit schmalen Lippen und zusammen gewachsenen Augenbrauen. Der Täter hat glatte, lange Haare, evtl. trug er eine Perücke. Er war unrasierte, hatte sehr behaarte Hände und einen schmutzigen Hals. Bekleidet war er mit einem ebenfalls schmutzigen, knöchellangen Ledermantel mit hochgestelltem Kragen. Er hatte ein ungepflegtes Äußeres.
Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 211, Telefon: (089) 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Polnischer Taschendieb auf der Wiesn festgenommen
Eine Bedienung beobachtete am Sonntagnachmittag, kurz vor 17.00 Uhr, einen Mann, wie er aus der Handtasche einer Kinderpflegerin einen Geldbeutel und das Handy entwendete. Die Bedienung hielt den Dieb noch im Zelt an und wollte in seine Tasche sehen. Daraufhin flüchtete er sofort. Auf seiner Flucht warf er den entwendeten Geldbeutel auf die Straße. Die Bedienung hob die Geldbörse auf und gab ihn der Geschädigten zurück. Wo das Handy abgeblieben ist, ist bislang ungeklärt. Ein Ordner des Festzeltes, der den Vorfall ebenfalls mitbekommen hatte, lief dem Täter hinterher, konnte ihn einholen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Bei dem Dieb handelt es sich um einen 53-jährigen Polen. Näheres über den Mann ist derzeit nicht bekannt.
Radfahrerin fährt Wiesnbesucherin an und flüchtet
Eine 44-jährige Frau aus Hanau hatte zusammen mit ihrem Ehemann auf der Wiesn mehrere Maß Bier getrunken. Nachdem die Zelte geschlossen hatten, begab sich das Ehepaar zu Fuß auf den Weg zur Hackerbrücke. Kurz vor der Hackerbrücke wollte die 44-Jährige die Grasserstraße überqueren und übersah ein von links kommendes Fahrrad. Es kam zum Zusammenprall, wobei die Fußgängerin stürzte und sich leicht verletzte. Der oder die Radfahrer/-in flüchtete sofort von der Unfallstelle. Die Frau musste ihre leichten Verletzungen in einer Klinik behandeln lassen. Weder der Ehemann noch seine verletzte Frau konnten nähere Angaben über den oder die Radfahrer/-in machen.
Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Angaben zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit dem Unfallkommando München, Telefon: (089) 6216-3322, in Verbindung zu setzen.
Wiesnreport vom Dienstag, 24.09.2002
Wiesn-Besucher nach Tätlichkeit schwer verletzt
Bereits am Samstag, 21.09.2002, befand sich ein 28-jähriger Mann aus Wetter zusammen mit seiner Ehefrau und einem weiteren befreundeten Ehepaar auf dem Nachhauseweg von der Wiesn. Wie eine unbeteiligte Zeugin aussagte, sei der Mann gegen 20.10 Uhr in der Schaustellerstraße von einem bislang unbekannten, männlichen Täter von vorne angesprungen und umgestoßen worden. Durch die Wucht des Aufpralls fiel der Mann mit dem Hinterkopf auf die Straße. Nach der Erstversorgung kam er mit schwersten Verletzungen in ein Münchner Krankenhaus, wo eine Notoperation erfolgte. Da der Geschädigte nach wie vor auf der Intensivstation liegt und sein Zustand als kritisch zu bezeichnen ist, konnte er bislang zum Tathergang nicht befragt werden. Die Motivlage ist noch unklar. Die Ermittlungen dauern noch an.
Täterbeschreibung:
25 bis 35 Jahre alt, ca. 170 bis 175 cm groß, kurze, dunkle Haare, südl. Typ;
Zeugenaufruf:
Die sachbearbeitende Kriminaldienststelle bittet um die Mithilfe der Bevölkerung. Wer sachdienliche Hinweise und Angaben zum Tathergang bzw. zum Täter machen kann, wird gebeten, sich an die Münchner Kripo, unter der Telefonnummer 089/54652-433, oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden.
Wiesnreport vom Mittwoch, 25.09.2002
Heute keine presserelevanten Ereignisse
Wiesnreport vom Donnerstag, 26.09.2002
Zwei Engländer nach Wiesnbesuch attackiert und verletzt
Zwei englische Polizeibeamte im Alter von 36 und 49 Jahren waren am Montag, 23.09.2002, auf dem Heimweg vom Wiesnbesuch. Gegen 23.35 Uhr gingen sie auf Höhe des Anwesens Schwanthalerstraße 21 auf dem Gehweg. Hier wurden sie plötzlich von vier Jugendlichen angegriffen. Sie wurden von ihnen getreten und geschlagen und konnten aufgrund der Übermacht der Angreifer wenig Widerstand leisten. Der 36-Jährige erlitt dabei einen Knöchelbruch und musste nach dem Überfall sofort zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus verbracht werden. Sein 49-jähriger Bruder erlitt einen Nasenbeinbruch sowie Platzwunden im Gesicht. Die aggressiven Jugendlichen flüchteten nach der Tat in Richtung Sonnenstraße.
Täterbeschreibung:
Als Beschreibung ist lediglich bekannt, dass die Vier zwischen 170 und 180 cm groß sind und dunkle Haare haben. Einer der Angreifer hatte eine weiße Baseballmütze auf und einen weißen Rollkragenpullover an.
Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise zu diesem Vorfall machen können bzw. Zeugen des Geschehens waren, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Telefon: (089) 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Trickdiebstahl auf der Wiesn- Algerier festgenommen
Am Mittwoch, 25.09.2002, konnte ein algerischer Asylbewerber auf frischer Tat bei einem Trickdiebstahl in einem Festzelt festgenommen werden. Der 18-Jährige hatte sich von hinten an eine 43-jährige Kellnerin herangeschlichen und ihr Geld aus dem Bedienungsgeldbeutel genommen. Als allerdings der mit einer Kette gesicherte Geldbeutel zu Boden fiel, wurden Zeugen auf den Vorfall aufmerksam. Sie konnten den jungen Mann überwältigen und Sicherheitskräften übergeben. Das bereits entwendete Bargeld in Höhe von 300 EUR konnte bei ihm sichergestellt werden.
Wiesnreport vom Freitag, 27.09.2002
Raub einer Kamera
Am Donnerstag, 26.09.2002, gegen 19.50 Uhr, war eine 49-jährige Sekretärin aus Karlsfeld auf dem Weg zum Oktoberfest. Sie wollte vom Fuß der Bavaria ein Bild von der Wiesn machen. Es war jedoch zu dunkel und die Videokamera stellte sich nicht scharf. Als sie die Kamera in die Tasche stecken wollte, rempelte sie jemand von rechts an. An der linken Schulter hielt sie die Tragetasche am Riemen fest. Gleichzeitig riss ihr eine zweite Person die Tasche von der Schulter und sie musste durch den heftigen Zug die Hand öffnen. Beide Männer liefen durch den Park davon. Nach ihrer Aussage würde sie wegen der Dunkelheit die beiden Männer nicht wieder erkennen. Die Kamera hat einen Wert von ca. 1.000 EUR.
Täterbeschreibung:
1. Täter: ca. 180 cm groß, schlank, Mitte 20, dunkle Haare, keine Brille; bekleidet mit dunkelblauer Jeans und schwarzer Lederjacke;
2. Täter: ca. 180 cm groß, schlank
Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 211, Telefon: (089) 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Italiener auf der Wiesn beraubt
Ein 19-jähriger italienischer Koch aus Mailand war auf dem Oktoberfest und verabredete sich per Handy mit seiner Freundin. Weil er ortsunkundig war, befragte er einen Passanten in englisch nach der nächsten U-Bahnhaltestelle. Der Mann bot sich sogleich zur Lotsung an und führte den Koch hinter eine Hecke. Dort erhielt der Italiener einen Kopfstoß sowie einen Faustschlag ins Gesicht. Der Unbekannte entnahm nun aus der Hosentasche 30 EUR sowie aus der linken Hand des Kochs das Handy und entfernte sich. Der 19-Jährige erlitt durch die Schläge eine blutende Platzwunde unter dem linken Auge sowie Verletzungen im Mundbereich.
Täterbeschreibung: ca. 25 bis 30 Jahre alt, 160 cm groß, kinnlange, wellige, dunkle Haare; trug hellblaue Jeans und helles Hemd;
Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 212, Telefon: (089) 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Wiesnreport vom Samstag, 28.09.2002
siehe Sonntag, 29.09.02
Wiesnreport vom Sonntag, 29.09.2002
Handtaschendiebstahl in der St.-Pauls-Kirche
Am Donnerstag, 19.09.2002, in der Zeit zwischen 19.00 bis 21.15 Uhr, entwendete ein 35-jähriger Berufs- und Wohnsitzloser in der Paulskirche einer Besucherin aus deren Handtasche eine Geldbörse mit EC-Karte sowie ein Handy. Nachdem die 21-Jährige aus München-Denning Anzeige erstattet hatte, meldete sich der 35-Jährige telefonisch bei ihr und gab sich als Bankangestellter aus. Er wollte von der Frau die PIN-Nummer für die Scheckkarte erfragen, um diese sperren zu können. Bei diesem Anruf wurde die Handynummer des 35-Jährigen registriert. Nach kurzen, aber intensiven Ermittlungen konnten zivile Beamte der Polizeiinspektion 23 (Giesing) den Anrufer ermitteln und am 27.09.02 festnehmen. Dabei stellte sich heraus, dass er zur Festnahme ausgeschrieben war. Bei der Durchsuchung seiner "Bleibe" bei einem Bekannten wurden weitere Handys sichergestellt. Inwieweit diese einer Straftat entstammen, bedarf noch der weiteren Abklärung. Der 35-jährige Wohnsitzlose wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München zur Klärung der Haftfrage vorgeführt. Urkundenfälschung und Besitz von Drogen
Am Freitag, 27.09.2002, gegen 22.25 Uhr, überprüften Beamte der Wiesenwache einen ca. 20-jährigen Mann, der zur Legitimation seiner Personen einen gefälschten slowenischen Reisepass vorlegte. Des weiteren fanden die Beamten bei ihm eine geringe Menge Marihuana. Bei einer ersten Befragung auf der Dienststelle räumte der junge Mann ein, das Marihuana zum Eigenverbrauch erworben zu haben. Den gefälschten Ausweis, welchen er benutzte, will er vor Monaten auf dem Marienplatz gefunden haben. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich um einen 17-jährigen slowenischen Schüler aus Gräfelfing handelt, der dort bei seinen Eltern gemeldet ist. Aufgrund dieses Umstandes wurde der junge Mann nach Hause entlassen.
Einbrecher schläft nach Wiesn-Besuch beim Einbruch ein
Auf noch ungeklärte Weise gelangte am Samstag, 28.09.2002, gegen 23.20 Uhr, ein 26-jähriger Italiener aus Albiate in ein Wohnanwesen am Bavariaring (Schwanthalerhöhe). Dort trat er die Wohnungstüre einer 24-jährigen Studentin ein. Offensichtlich entledigte er sich im Anschluss seiner Hose, die er in der Wohnung ablegte. Danach zog er sich die Hose eines Bekannten der Studentin an, die auf dem Bett in der Wohnung lag. Bevor er am Tatort einschlief, steckte er sich noch den Ausweis, den Führerschein sowie zwei Bankkarten dieses Bekannten ein. Entdeckt wurde der "müde" Einbrecher, als die Wohnungsinhaberin nach Hause zurückkehrte. Zu Hilfe gerufene Polizeibeamte konnten den 26-jährigen Einbrecher festnehmen, nachdem sie ihn geweckt hatten. Der junge Mann wird heute zur Klärung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt. Räuberischer Diebstahl nach Wiesn-Besuch
Nach einem ausgiebigen Wiesn-Besuch war ein 30-jähriger spanischer Lkw-Fahrer noch mit zwei Freunden in einem Café in der Schillerstraße. Beim Verlassen des Cafés am Samstag, 28.09.2002, gegen 05.15 Uhr, wurde er von einem 17-jährigen berufslosen Algerier angerempelt, der mit Hilfe seiner beiden Begleiter im Alter von 18 und 17 Jahren dem angetrunkenen Spanier aus der Hosentasche 300 EUR entwendete. Nachdem der Bestohlene aus dem Baskenland dies bemerkte, wollte er sich den vermeintlichen Dieb greifen. Da die drei Algerier jedoch sofort Richtung Stadtmitte flüchteten, entwickelte sich eine regelrechte Verfolgungsjagd, bei der sich auch die beiden Freunde des Diebstahlsopfers beteiligten. In der Neuhauser Straße fand der Vorgang ein Ende, als dort mehrere Polizeibeamte die Rennenden stoppten. Hier berichtete der 30-jährige Spanier, was sich Minuten vorher abgespielt hatte. Daraufhin wurden die drei algerischen Asylbewerber festgenommen. Sie werden zur Klärung der Haftfrage dem Haftrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt. Diebstahl eines Luftgewehrs
Am 28.09.2002, gegen 17.00 Uhr, wurde ein 20-jähriger türkischer Staatsangehöriger von einem Ordner mit einem Luftgewehr in der Hand aufgegriffen. Die verständigte Einsatzgruppe nahm den Täter vorläufig fest und brachte ihn zur Wiesn-Wache. Das Luftgewehr wurde sichergestellt. Zwischenzeitlich hatte die Inhaberin eines Schießstandes auf der Wiesn-Wache den Diebstahl angezeigt. Die weiteren polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der gegen 16.45 Uhr am Schießstand in der Schaustellerstraße geschossen hatte und in einem unbeobachteten Moment das Gewehr entwenden konnten. Er bestritt zwar den Diebstahl, konnte aber von der Geschädigten eindeutig als Täter identifiziert werden. Nach Blutentnahme wurde er wieder entlassen, das sichergestellte Gewehr wurde wieder an die Besitzerin ausgehändigt.
Wiesnreport vom Montag, 30.09.2002
Mutmaßliche Taschendiebinnen festgenommen
Am 29.09.2002, gegen 20.45 Uhr, war ein 34-jährige Brite in einem Festzelt der Münchner Wiesn unterwegs zu einem "dringenden Bedürfnis". Kurz vor Erreichen der Örtlichkeit wurde er von zwei Frauen umtanzt und auch berührt. Anschließend erledigte er seine Notdurft und musste danach feststellen, dass seine Geldbörse verschwunden war. Da es auf der WC-Anlage zu keinerlei weiteren "Berührungen" gekommen war, ging der Brite davon aus, dass nur diese beiden Frauen für den Diebstahl in Frage kommen. Bei der Absuche des Zeltes konnte er sie tatsächlich nach ca. einer halben Stunde wiederfinden. Er verständigte die Polizei, die die beiden zunächst wegen Diebstahlsverdacht festnahm. Bei der Überprüfung der beiden wurden weitere Gegenstände festgestellt, die vermutlich ebenfalls aus Diebstählen stammen. Da es sich bei den beiden Festgenommenen um eine 50- und eine 19-jährige Tschechin handelt, wurden sie der Haftanstalt überstellt. Sie werden dem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Schweizer Wiesnbesucher stellt Taschendiebin
Am 29.09.2002, gegen 23.00 Uhr, verließ ein 53-jähriger Schweizer die Festwiese in Richtung U-Bahnstation. Hierbei wurde er von einer jungen Frau angesprochen, die ihn zunächst um Feuer bat. Hierbei fasste sie ihn mit der Hand an die Hose und tastete dabei ganz offensichtlich nach seiner Geldbörse. Der Schweizer schlug die Hand weg und sagte ihr sofort ins Gesicht: "Du bist ein Taschendieb." Die Frau ging daraufhin zu einem unbekannten männlichen Begleiter und wechselte mit ihm ein paar kurze Worte. Der Mann entfernte sich daraufhin. Dem Schweizer kam das jetzt sonderbar vor und er versuchte, den Mann zu verfolgen, verlor ihn aber aus den Augen. Als er wieder in Richtung U-Bahn ging, sprach ihn die gleiche Frau erneut an. Diesmal fragte sie nach der Uhrzeit. Wieder versuchte sie nach seiner Geldbörse zu greifen. Der Schweizer hatte nun endgültig genug, packte die 26-jährige aus der Slowakei stammende Diebin und brachte sie zur nächsten Polizeistreife. Von den Polizeibeamten wurde die Diebin festgenommen. Sie wird wegen Taschendiebstahl dem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Wiesnreport vom Dienstag, 01.10.2002
13 irakische Handtaschendiebe im Hofbräuzelt festgenommen
Aufgrund eines steigenden Anzeigenaufkommens in der ersten Wiesenwoche nach Diebstahl von Handtaschen lag bei der Oktoberfestwache der Verdacht nahe, dass es sich um eine Tätergruppe handelt. Zivilbeamte der Münchner Polizei observierten am Sonntag, 29.09.2002, gegen 22.00 Uhr eine verdächtige Personengruppe südländischen Aussehens im Hofbräuzelt. Auf alle Personen passten Beschreibungen, die Geschädigte und Ordnungspersonal bisher abgegeben hatten. Nachdem die Handtasche einer 22-jährigen Sozialpädagogin entwendet worden war und dies ein Ordner beobachtet hatte, kam es zwischen den Ordnern und der Tätergruppe zu einem tumultartigen Handgemenge. Schließlich gelang es den Zivilbeamten mit Unterstützung der Ordner, 13 verdächtige Personen festzunehmen. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei allen Festgenommenen um irakische Flüchtlinge, die entweder Asyl beantragt oder bereits Asyl erhalten haben. Alle Festgenommenen stehen in Verdacht, gemeinsam Möglichkeiten ausgespäht, Ablenkungsmanöver inszeniert und schließlich in einem günstigen Augenblick Handtaschen entleert bzw. weggenommen zu haben. Alle Verdächtigen wurden nach Prüfung der bereits vorhandenen erkennungsdienstlichen Unterlagen bzw. Erstellung neuer Unterlagen, Vernehmung und Wohnsitzüberprüfung wieder entlassen. Weitere umfangreiche Ermittlungen sind noch zu führen.
Wiesnreport vom Mittwoch, 02.10.2002
Taschendiebstahl auf der Wiesn - vorläufige Festnahme
Eine 41-jährige Angestellte hielt sich vergangenen Sonntag, um 18.30 Uhr, in einem Wiesnzelt auf, wobei sie ihre Jacke über die Knie gelegt hatte. Ihre Geldbörse befand sich in der Innentasche dieser Jacke. Neben ihr und gegenüber saßen zwei Italiener, die offensichtlich zusammen gehörten. Plötzlich spürte die Frau, wie der gegenübersitzende Italiener mit seinem Bein gegen das ihre drückte. Sekunden später wurde an ihrer Jacke gezupft. Unmittelbar darauf standen die beiden Männer hastig auf und gingen Richtung Ausgang. Die Frau, der die Situation seltsam vorkam, sah sofort in ihrer Jackentasche nach und bemerkte das Fehlen ihrer Geldbörse. Sie rief den Italienern nach und konnte sie auch im Zelt noch einholen. Einer der beiden hatte den Geldbeutel in der Hand und betrachtete gerade den Inhalt. Die Bestohlene nahm dem Dieb resolut die Geldbörse weg, wobei die beiden völlig überraschten Männer keinerlei Gegenwehr leisteten. Im gleichen Moment waren auch schon Ordnungskräfte da und hielten die Taschendiebe bis zum Eintreffen der Polizei fest. Wegen Diebstahl, Widerstand und Körperverletzung vorläufig festgenommen
Eine 26-jährige Studentin erstattete am 01.10.2002, gegen 22.15 Uhr, bei der Polizeiinspektion 31 (Westend) Anzeige wegen Diebstahls. Der Dame war in einer Festhalle die Handtasche gestohlen worden. Etwa eine halbe Stunde später wollte eine Gruppe von vier Männern dieses Festzelt verlassen, wurden aber von Ordnern kontrolliert, weil alle vier noch Maßkrüge in der Hand hielten. Einem aufmerksamen Ordner fiel eine Damenhandtasche auf, die einer der Männer dabei hatte. Der misstrauisch gewordene Ordner verständigte eine Einsatzgruppe der Wiesnwache, die gerade in der Nähe war. Der Mann wollte jedoch weder sich, noch die Handtasche durch die Beamten überprüfen lassen. Er wurde äußerst renitent und konnte nur durch größte körperliche Anstrengung der Beamten und durch den Einsatz von Pfefferspray festgenommen und zur Wiesnwache gebracht werden. Bei ihm handelt es sich um einen 22-jährigen Deutschen. Auf der Wiesnwache stellte sich dann heraus, dass es sich bei der Handtasche, die der Mann bei sich hatte, um die der Studentin handelte. Der stark betrunkene Dieb blieb nach erfolgter Blutentnahme bis zur Ausnüchterung im polizeilichen Gewahrsam. Von den drei Freunden des Beschuldigten wurden die Personalien festgestellt. Anschließend wurden sie entlassen. Etwa um 23.45 Uhr kamen diese drei Personen auf eine Einsatzgruppe zu, die auf dem Wiesngelände unterwegs war. Sie sprachen die Polizeibeamten an, erkundigten sich nach ihrem festgenommen Freund und fragten nach dem Namen des Gruppenführers. Dabei verhielten sie sich bereits äußerst aggressiv. Einer der drei, ein 22-jähriger Tunesier, bedrängte die Beamten auf aggressivste Art und Weise, weshalb ihm ein Platzverweis erteilt wurde. Nachdem er diesem nicht nachkam, wurde er von einem Polizeibeamten an den Armen festgehalten. Daraufhin schlug der Tunesier mit den Armen wild um sich und einen Polizisten mit der Faust ins Gesicht. Auch er konnte nur durch die Unterstützung einer weiteren Einsatzgruppe gefesselt und zur Wiesnwache gebracht werden. Die drei übrig gebliebenen Freunde kamen den ihnen gegenüber ausgesprochenen Platzverweisen zunächst nach, tauchten aber um Mitternacht vor dem Behördenhof auf und pöbelten die dortigen Ordner und verschiedene unbeteiligte Wiesnbesucher an. Dabei wurden sie durch die Videoüberwachungsanlage beobachtet. Plötzlich griff einer der beiden eine völlig unbeteiligte Passantin von hinten an. Die aus der Wache laufenden Polizeibeamten überwältigten den Beschuldigten und konnten ihn mit unmittelbarem Zwang zu Boden bringen, fesseln und zur Wache bringen. Bei ihm konnten bei der Durchsuchung geringe Mengen Betäubungsmittel aufgefunden werden. Bei einer genaueren Überprüfung der Videoaufnahme konnte festgestellt werden, dass auch der letzte übrig gebliebene Mann an der vorangegangenen Körperverletzung beteiligt war. Nun wird auch gegen ihn Anzeige erstattet.
Wiesnreport vom Donnerstag, 03.10.2002
11-jähriger Schulschwänzer nach Einbruch festgenommen
Ein 11-jähriger Realschüler aus dem Westend befand sich am Dienstag in der Früh zunächst auf dem Schulweg. An seiner Bushaltestelle an der Schwanthalerhöhe überkam ihn jedoch die Sehnsucht nach der Wiesn und er begab sich Schnurstracks zu einem Autoscooter. Dort nahm er vom Lagerplatz eine Leiter weg, lehnte sie an den Kassenwagen an und hebelte in 1,80 Meter Höhe das dortige Fenster auf. Aus der Kasse nahm er eine größere Menge Fahrchips an sich und wollte sich aus dem Staub machen. Durch den Lärm wurde allerdings der Eigentümer des Autoscooter aufmerksam und konnte den flüchtenden Buben bis zum Eintreffen der Beamten der Wiesenwache festhalten. Die entwendeten Chips konnten in seiner Hosentasche gefunden und sichergestellt werden. Münztelefon geklaut
Am Mittwochabend, etwa um 20.45 Uhr befanden sich zivile Polizeibeamte der Festwiesnwache im Bereich des Spielplatzes neben dem U-Bahnhof Theresienwiese. Dort bemerkten sie zwei junge Mädchen, es handelt sich bei ihnen um eine 12-jährige Bosnerin sowie eine 16-jährige Russin, die sich eine dunkle Ecke aussuchten. Den Ort wählten sie scheinbar ganz bewußt aus, da er von Schaustellerwohnwagen umgeben und schlecht ausgeleuchtet ist. Die Russin wurde von den Beamten dabei beobachtet, wie sie einen Gegenstand, der sich später als Münzfernsprecher herausstellte, mehrmals gegen einen Betonsitz schlug. Als die Mädchen kontrolliert wurden, sammelten sie gerade aus dem zerbrochenen Telefonapparat Münzgeld auf. Bei ihnen konnten knapp 162,- Euro Bargeld sichergestellt werden. Bei der Vernehmung wurde bekannt, dass die Russin den Münzfernsprecher in der Schwanthalerstraße von der Wand abschraubte und mit ihrer 12.jährigen Komplizin zu dem Spielplatz trug. Die beiden Mädchen wurde nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen ihren Eltern übergeben.
Wiesnreport vom Freitag, 04.10.2002
Brand auf dem Oktoberfest
Am Freitag, den 04.10.2002, bemerkte ein Zeuge gegen 06.30 Uhr einen Brand einer Wirtsbude und verständigte umgehend die Feuerwehr. Nach Beendigung der Löscharbeiten übernahmen Brandfahnder des Polizeipräsidiums München die Ermittlungen nach der Brandursache. Diese dauern bis jetzt noch an. Bei dem Brand entstand ein Schaden in Höhe von etwa 300.000 EUR. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Die bisherigen Ermittlungen der Brandfahnder ergaben bislang, dass das Feuer im Bereich der Stromzuführung des Industriebackofens entstanden ist. Vermutlich handelt es sich hierbei um einen technischen Defekt. Schlägerei im Festzelt
Am 03.10.2002, gegen 14.30 Uhr, kam es zwischen drei Oberbayern und einem 33-jährigen Festzeltangestellten aus dem Senegal zu einer verbalen Auseinandersetzung. Dabei wurde er massiv mit fremdenfeindlichen Äußerungen beleidigt. Anschließend nahm einer der drei Oberbayern, ein 32-jähriger Arbeitsloser, einen Maßkrug zur Hand und schlug damit gegen den Kopf des Angestellten. Daraufhin ging er zu Boden und wurde von den anderen beiden Tatverdächtigen getreten. Dabei wurde er leicht verletzt. Der 32-Jährige warf danach noch mit dem Maßkrug nach einem weiteren Angestellten, den er an der Schulter verletzte. Das zu Hilfe eilende Sicherheitspersonal hatte alle Hände voll zu tun, um die drei Raufbolde in den Griff zu bekommen. Die hinzugerufene Polizei nahm alle drei fest und brachte sie zur Wiesnwache. Hier wurde einer der Tatverdächtigen, ein 20-jähriger Peißenberger, nach den notwendigen polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Seine zwei Mittäter werden heute dem Haftrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt.
Wiesnreport vom Samstag, 05.10.2002
siehe Sonntag, 06.10.02
Wiesnreport vom Sonntag, 06.10.2002 Betrüger "ergaunert" Reinigungskosten
Am Samstag, den 05.10.2002, gegen 11.45 Uhr wurde der Festwiesenwache ein Betrüger im "Bräurösl"-Festzelt mitgeteilt. Ein 56 jähriger Deutscher führte Beschwerde darüber, dass ihm im Zelt von einer Angestellten seine teure Krawatte verschmutzt wurde. Er wollte die Reinigungskosten erstattet haben. Als Entschädigung wurden ihm 99 EUR erstattet. Am heutigen Tag erschien er erneut und wollte für seine verschmutzte Hose ebenfalls Reinigungskosten geltend machen. Beim Festzelt war jedoch mittlerweile bekannt, dass die gleiche Person mit dem gleichen Trick auch schon in zwei anderen Festzelten vorstellig gewesen ist. In einem Fall wurde ein Geldbetrag von 50 EUR ausbezahlt. Eine Anfrage durch Angestellte des Festzeltes bei der Versicherung ergab, dass dort die Person unter anderem Namen bereits mit seiner "Masche" bekannt ist. Der Betrüger wurde daraufhin festgenommen und zur Festwiesenwache verbracht. Nach den üblichen polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen.
Skinheads zündeln in Haftzelle der Wiesnwache
Am Freitag, 04.10.02, gegen 19.00 Uhr beleidigten drei Skinheads den Inhaber eines Losstandes mit fremdenfeindlichen Äußerungen. Anschließend wurden sie festgenommen und in eine Haftzelle der Wiesnwache gebracht. Wenig später wurden die Beamten der Wiesnwache durch lautes Rufen der Zelleninsassen und von außen erkennbarer Rauchentwicklung aus dem Zellencontainer aufmerksam und stellten eine brennende Heizdecke im Container fest. Alle Zelleninsassen wurden sofort ins Freie verbracht, der Deckenbrand konnte schnell gelöscht werden. Bei allen Zelleninsassen wurde ein Hustenreiz von den Rettungssanitätern im Behördenhof diagnostiziert. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand dürfte der Brand von den drei Skinheads gelegt worden sein. Wie das Feuer gelegt werden konnte, ist bislang nicht geklärt. Grund für die Brandlegung war vermutlich ein verbaler Streit zwischen den festgenommenen Skins und den eingesetzten Polizeibeamten, da sie sich ungerechtfertigt festgenommen fühlten. Drei Personen des rechtsextremen Spektrums misshandeln italienischen Polizeibeamten
Am Freitag, 04. Oktober 2002, gegen 23.30 Uhr, ging ein 26jähriger italienischer Polizist auf der Wiesn spazieren, als ohne offensichtlichen Grund ein 26jähriger Braunschweiger auf ihn zutrat und ihn mit einem Maßkrug auf den Kopf schlug. Durch die Wucht ging der Italiener zu Boden, wo er von dem Täter und zwei seiner Freunde geschlagen und getreten wurde. Dabei erlitt er Platz- und Risswunden im Gesicht. Auch wurde ihm ein Schneidezahn abgebrochen. Die drei Schläger konnten festgenommen werden. Sie waren allesamt stark alkoholisiert. Der Ermittlungsrichter hat zwischenzeitlich Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen.
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