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Polizei Bayern » PP München » Aktuelles » Presse » Fallbegleitende Pressemeldungen 14.03.2012, PP München Wiesnreport vom 03.10.2006
Aus dem Inhalt: 1725. Vorläufige Wiesnbilanz 2006
Das 173. Oktoberfest stellte für das Polizeipräsidium München einen weiteren herausragenden Einsatz in diesem Jahr dar. Knapp 350 Beamten/innen leisteten an den 18 Tagen rund um die Uhr vor Ort ihren Dienst, um die Sicherheit für Beschäftigte und Besucher auf der Münchner Wiesn zu gewährleisten. Wiesnwachleiter Gerhard Beyer zeigte sich mit dem Verlauf der Wiesn insgesamt zufrieden. So war die Belastung für die Polizeikräfte bis zum 02.10.2006 mit 1804 Einsätzen um 6,24 % geringer als im Vorjahr (2005: 1924 Einsätze). Damit wurde eine erfreuliche Trendwende bei den Gesamteinsätzen eingeleitet. Dies wirkt sich auf fast alle Deliktsbereiche aus. Weniger erfreulich ist die Tendenz allerdings bei den Gewalttaten wie Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung. Hier sind sowohl die Zahl als auch deren Qualität gestiegen. Die enthemmende Wirkung des Alkohols wirkt sich nach Einschätzung des Wiesnchefs in diesem Bereich besonders negativ aus. Das wird auch an der gestiegenen Zahl von Beleidigungen und Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte deutlich. Das Polizeipräsidium verzeichnete 2006 insgesamt 756 Freiheitsentziehungen, das entspricht einem Rückgang von 4,06 % (2005: 788 Freiheitsentziehungen). Die Gesamtzahl der bekannt gewordenen Straftaten liegt bei 1.425, was einer Steigerung von 28 Fällen (+ 2,00 %) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Münchner Mordkommission musste dieses Jahr auf der Festwiese bei zwei versuchten Tötungsdelikten ermitteln. In beiden Fällen entgingen die Opfer nach Körperverletzungsdelikten nur knapp dem Tod. (siehe Pressebericht vom 29.09.2006, Ziffer 1694, Ziffer 1698 und Pressebericht vom 22.09.2006, Ziffer 1632). Einen sehr erfreulichen Rückgang mit 12,2 % konnten wir bei den Raubstraftaten feststellen. 29 angezeigte Fälle wurden 2006 bekannt, im Vorjahr waren es 33. Auch bei den Sexualstraftaten ergibt sich ein deutlicher Rückgang. Wurden 2005 noch 36 Delikte angezeigt, waren es dieses Jahr 30, was einem Rückgang von knapp 17 % entspricht. Der überwiegende Teil der Sexualstraftaten betraf Beleidigungen mit sexuellem Hintergrund wie Busengrabschen oder exhibitionistischer Handlungen. Des weiteren wurden vier Vergewaltigungen auf der Wiesn (2005: 3) und sechs mit Wiesnbezug (2005: 8) bekannt. Die Körperverletzungsdelikte auf dem Oktoberfest betrugen insgesamt 294 Fälle, das entspricht einer Steigerung von 8,00 % (2005: 272 Fälle). Bei den gefährlichen Körperverletzungen verzeichnen wir einen Anstieg von 24,55 % (2005: 110; 2006: 137). Allein 61 gefährliche Körperverletzungen wurden durch Maßkrugwürfe verursacht. Das sind 38 % mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich spiegelt sich die zunehmende Gewaltbereitschaft bei den Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. Hier erlebten wir eine Steigerung von 43 %, was in absoluten Zahlen 9 Straftaten mehr als im Vorjahr bedeutet (2005: 21; 2006: 30). Die betroffenen Beamten und Beamtinnen erlitten bei den unterschiedlichen Angriffen Prellungen, Augenverletzungen, Würgemale und Ab-schürfungen. Erfreulicher Weise waren die Verletzungen nicht so gravierend, dass sie ihren Dienst nicht weiter verrichten konnten. Bei der Bekämpfung der Kriminalität hat sich auch dieses Jahr besonders die Videoüberwachung und der Einsatz der Taschendiebfahnder bewährt. Allein durch den Einsatz der Videobeobachter konnten 89 Fälle geklärt und eine Vielzahl von Festnahmen veranlasst werden. Die meisten Beobachtungen betreffen den Konsum und den Handel von Betäubungsmitteln, gefolgt von festgestellten Diebstählen und Körperverletzungsdelikten, aber auch von Sexual-straftaten. Daneben wurden einige verdächtige Gegenstände erkannt und die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet, in allen Fällen konnten die Besitzer ermittelt werden, wobei sich die aufgefundenen Gegenstände als harmlos entpuppten. Die Taschendiebfahnder wurden von Beamten der Bundespolizei und von Fahndern des Polizeipräsidiums Berlin unterstützt. Ihnen gelang es während der 18 Tage insgesamt 40 Taschendiebe auf frischer Tat festzunehmen. Besonders erfreulich ist, dass sich darunter 22 gewerbsmäßige Diebe befanden, bei ihnen handelt es sich überwiegend um reisende Gruppen aus Osteuropa wie der Slowakei, Polen und Rumänien. Bei 14 der ertappten Seriendiebe erließ der Richter Haftbefehl. Mit insgesamt 407 angezeigten Taschendiebstählen wurden im Vergleich zu 2005 93 Diebstähle weniger angezeigt (2005: 500 Taschendiebstähle). Das entspricht einem Rückgang von 18,6 %. Die beim Polizeipräsidium München seit Jahren erfolgreich eingesetzten Taschendiebfahnder und eine Vielzahl von unterstützenden Zivilkräften zeigen in den einschlägigen Kreisen offensichtlich Wirkung. Aber auch die Gelegenheitsdiebe machen weniger Beute. Aufklärungskampagnen wie U-Bahndurchsagen und Plakataktionen (Rote Karte) führen augenscheinlich dazu, dass Besucher mehr auf ihre Wertsachen achten. Die Bundespolizei unterstützte den Oktoberfesteinsatz an den S-Bahnhaltestellen Hackerbrücke, Ostbahnhof und Hauptbahnhof. Sie wurden wie schon in den vergangenen Jahren von Kollegen der italienischen Bahnpolizei aus Südtirol unterstützt (s. Beilage). Auch das Polizeipräsidium München holte sich Verstärkung aus Bozen. Fünf italienische Polizeibeamte der Polizia di Stato (vier Männer, eine Frau) begleiteten am mittleren Wochenende die Einsatzgruppen der Wiesnwache. Im Vordergrund stand dabei die Deeskalation. Allein aufgrund der Sprachkenntnisse konnten viele Situationen bereinigt und eine Reihe von Problemen unmittelbar vor Ort gelöst werden. An vielen Tagen waren die Bierzelte bis in den Abend geöffnet, was zu einer deutlichen Beruhigung der Einsatzlage beigetragen hat. Viele Einsätze, die aufgrund von Konfliktsituationen bei geschlossenen Zelten entstehen, wurden so erst gar nicht gemeldet. Das letzte Wochenende verlangte von den Polizeikräften noch einmal volles Engagement. Von Freitag, 29.09. bis Sonntag, 01.10.2006, wurden so viele Einsätze wie noch nie in der Polizeistatistik verzeichnet. Am Freitag wurden 1031 (davon 139 Wiesneinsätze) am Samstag 1138 (davon 227 Wiesneinsätze) und am Sonntag 883 (davon 117 Wiesneinsätze) erledigt. Das sogenannte mittlere „Italienerwochenende“ dehnt sich erkennbar auch auf das letzte Wochenende aus. Das zeigt unter anderem ein Blick auf die Parkplätze für Wohnmobile. So waren am Samstag in Riem mehr als 1.000 überwiegend italienische Wohnmobile gezählt worden, auch die Parkplätze Siegenburger Straße und Theresienhöhe waren voll ausgelastet.
1726. Ordner bei „Maßkrug“-Schlägerei verletzt
Am Montag, den 02.10.2006, gegen 17.15 Uhr, stand eine Familie aus Oberbayern im Gang eines Festzeltes und blockierte den Zugang zur Schänke. Aus diesem Grund wurden die Personen von einem Ordner aufgefordert, den Platz freizumachen. Da sie nicht folgen wollten, schob sie der Ordner von der Schänke weg. Daraufhin kam es zunächst zu einem Streit mit der Tochter und dem Sohn der Familie. Letztlich mischte sich auch der 63jährige Vater ein, der dem 29jährigen Ordner einen Maßkrug auf den Hinterkopf schlug. Der Schlag war so heftig, dass der Krug zerbrach. Der Täter konnte von weiteren Ordnern überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Der Verletzte musste mit einer Platzwunde am Hinterkopf ärztlich behandelt werden. Da der Tatverdächtige unter Alkoholeinfluss stand, wurde eine Blutentnahme veranlasst. Nach erfolgter erkennungsdienstlicher Behandlung und Vernehmung wurde er wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen 1727. Angetrunkene Wies`n-Besucherin begrabscht
Am Montag, den 02.10.2006, gegen 21.00 Uhr, schlenderte eine 20jährige mit ihrem Freund über das Oktoberfest. In einem Zelt kam es zu einem Streit zwischen den Beiden, und die Heranwachsende ging alleine weg. Anschließend irrte sie in der Wirtsbudenstraße umher. Dabei wurde sie vermutlich in der Straße 2 West von einem unbekannten Mann angesprochen. Sie erzählte ihm von dem Streit mit ihrem Freund, woraufhin der Fremde angab, sich um sie zu kümmern. Er nahm sie in die Arme und betastete sie auch im Brustbereich. Als er seine Hand in ihren Hosenbund in Richtung Schambereich schob, stieß sie ihn weg und lief davon. Der Täter flüchtete in unbekannte Richtung. Täterbeschreibung: Vermutlich Südländer, 175cm groß, 25-30 Jahre alt, kurze dunkle Haare, dunkles langärmeliges Oberteil. Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 121, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 1728. Unmotivierter Maßkrugwurf verletzt Wies`n-Besucher
Am Montag, den 02.10.2006, gegen 21.00 Uhr, befand sich eine 21jährige Münchnerin in einem Festzelt. Aus einem bisher nicht nachvollziehbarem Grund warf sie plötzlich einen Maßkrug in die Höhe. Der Krug traf auf seinem Rückweg einen 54jährigen Deutschen am Kopf, der gerade an der Frau vorbeigehen wollte. Der Mann musste leicht verletzt in dem BRK-Zelt ambulant behandelt werden. Die Tatverdächtige wurde festgenommen und nach ihrer Vernehmung wieder entlassen. 1729. Randalierer verletzt sich in Polizeizelle
Am Montag, den 02.10.2006, gegen 22.10 Uhr, wurde ein 49jähriger Münchner von Ordnern festgehalten, da er eine Waffe bei sich hatte. Eine hinzugerufene Einsatzgruppe wollte den Mann von dem Ordnern übernehmen und ihn nach den gefährlichen Gegenständen durchsuchen. Dabei widersetzte er sich jedoch und griff die Beamten an, so dass er gefesselt werden musste. Bei der anschließenden Durchsuchung wurde ein Küchenmesser, ein Notschlaghammer , ein Zimmererhammer, ein Klappmesser und potentielles Einbruchswerkzeug sichergestellt. Daraufhin wurde der gefesselte Münchner zur Wies´n-Wache gebracht. Vor der Haftzelle wurden dem Mann die Handfesseln abgenommen. Diese Gelegenheit nutzte er jedoch, um nochmals auf die Beamten loszugehen und nach ihnen zu treten. Dabei beleidigte und bedrohte er die umstehenden Polizisten. Nur mit körperlicher Gewalt konnte der Münchner in die Zelle gebracht werden. Nachdem die Beamten die Zelle verlassen wollten, sprang der Mann auf und versuchte, sich wieder auf sie zu stürzen. In diesem Moment wurde gerade die Zellentür geschlossen. Der Randalierer geriet mit seinem rechten Daumen zwischen Tür und Rahmen, so dass er sich eine blutende Wunde zuzog. Obwohl ihm die Beamten anschließend mehrfach ärztliche Hilfe anboten, verweigerte er jegliche Behandlung. Erst nachdem er längere Zeit in der Zelle verbracht hatte und scheinbar wieder zu Sinnen gekommen war, konnte er doch noch überzeugt werden, sich von einem Arzt behandeln zu lassen. Bei der Widerstandhandlung des 49-Jährigen wurden auch zwei Polizisten leicht verletzt. 1730. Taschendiebe geben sich als Polizisten aus
Am Montag, den 02.10.2006, gegen 22.00 Uhr, beobachteten Zivilbeamte der Wies`n-Wache, wie zwei Heranwachsende mehrere Festbesucher ansprachen. Bei einer abgesetzten Befragung der angesprochenen Personen stellte sich heraus, dass sich die beiden jungen Männer als Polizisten ausgegeben hatten. Daraufhin wurden die zwei vermeintlichen Polizisten festgenommen und durchsucht. Dabei fanden sich eine gestohlene Geldbörse und ein Handy, dass bereits im Jahr 2005 als gestohlen gemeldet worden war. Beide Beschuldigte wurden nach ihren Vernehmungen und erkennungsdienstlichen Behandlungen wieder aus dem Gewahrsam entlassen. 1731. Vergewaltigung an einer Toilettenanlage
Am Montag, den 02.10.2006, gegen 21.00 Uhr, wollte eine 18jährige Festbesucherin zur Toilette gehen. Vor der Toilettenanlage der Straße 1 West musste sie sich in einer längeren Schlange vor dem Damen-WC einreihen. Dies dauerte ihr zu lang und sie ging wieder. Kurz vor einem Festzelt fragte sie einen Unbekannten, ob er nicht eine Zigarette für sie hätte. Dieser bejahte und forderte sie auf, mit ins Zelt zu kommen. Wenig später verließen sie jedoch das Zelt wieder durch einen Seitenausgang. Im Freien drängte er sie gegen eine Holzwand und drückte ihr beide Arme nach oben, die er mit einer Hand festhielt. Mit der anderen Hand griff er der Frau unter den Rock, schob ihren Slip beiseite und vergewaltigte sie mit seinem Finger. Dabei ließ er sich auch nicht von den Hilfeschreien seines Opfers irritieren. Als sich die 18-Jährige losreißen konnte, stieß sie den Mann weg. Anschließend flüchtete er in unbekannte Richtung. Täterbeschreibung: 35 Jahre alt, 180 cm groß, kräftige Statur, braune kurze glatte Haare, braune Augen, Raucher, bekleidet war er mit einer Jeans und dunkelblauem Hemd mit weißer Aufschrift. Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 121, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen
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