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08.02.2010, PP München


Mord und Mordversuch durch psychisch kranken Täter

MÜNCHEN: Ein 29-jähriger berufs- und arbeitsloser Münchner wohnt seit wenigen Wochen in einer WG einer therapeutischen Wohneinrichtung für psychisch kranke Menschen.Im fünften Stock eines Anwesens an der Lindwurmstrasse bewohnt er ein Zimmer innerhalb dieser WG.
Im Anwesen selbst befindet sich im vierten Stock eine weitere WG der Einrichtung.


Nach derzeitigem Ermittlungsstand begab sich der 29-Jährige am Sonntagabend, 07.02.2010, 19.00 Uhr, mit einem ca. 40 cm langen Küchenmesser zu einer Wohnung im vierten Stock des Anwesens, die von zwei Männern im Alter von 29 und 25 Jahren bewohnt wird. Als der 25-Jährige die Wohnungstür öffnete, stach der Beschuldigte unvermittelt auf den Mann ein und verletzte ihn dabei im Bereich des Oberkörpers mehrfach. Der 29-Jährige eilte seinem Mitbewohner zu Hilfe und wurde ebenfalls durch den Beschuldigten mehrfach im Bereich des Oberkörpers mit dem Messer verletzt. Er flüchtete schwerst verletzt in sein Zimmer und sperrte sich dort ein. Der zweite Geschädigte flüchtete ebenfalls in sein Zimmer. Fast zeitgleich mit den alarmierten Polizeibeamten trafen wenige Minuten nach der Tat die Rettungskräfte ein. Durch zivile Polizeikräfte wurde die Zimmertür des 29-jährigen Verletzten eingetreten, Rettungskräfte konnten jedoch nur noch dessen Tod feststellen. Der zweite Geschädigte wurde mit dem Rettungsdienst zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht und befindet sich derzeit nicht mehr in Lebensgefahr.

Nachdem zunächst davon ausgegangen war, dass der Täter geflüchtet war, konnte er kurze Zeit nach der Tat im Treppenhaus des Tatanwesens, nachdem er seine eigene Wohnung verließ, von Polizeibeamten widerstandslos festgenommen werden. Er gab die Tat noch am Tatort zu und räumte diese auch in der Vernehmung bei der Mordkommission ein. Bei der Vernehmung des Beschuldigen ergaben sich Hinweise für psychische Auffälligkeiten. Er gab an, dass er Hitler sei bzw. dessen Geist im Kopf habe und heute jemanden töten musste, sonst würde er selbst sterben. Die Opfer wählte er nach seinen Angaben zufällig aus. Ein Streit ist, auch laut Zeugenangaben, dem Angriff nicht vorausgegangen. Die Mordkommission München übernahm noch am Tatort die Ermittlungen, wobei Kräfte der Spurensicherung die Tatortarbeit übernahmen, die bis in die späte Nacht andauerte und heute fortgesetzt wird.
Ob der Beschuldigte möglicherweise unter Drogen- und/oder Alkoholeinfluss stand, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen. Eine Obduktion des Opfers wurde angeordnet und wird derzeit im Institut für Rechtsmedizin durchgeführt. Der Beschuldigte wird heute von einem Psychiater begutachtet und anschließend dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der über die Haftfrage entscheiden wird.

Die zuständige Abteilung für Kapitaldelikte bei der Staatsanwaltschaft München I wird Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes beantragen. Die Ermittlungen dauern an. Weitere Angaben, insbesondere Einzelheiten zum Tatablauf, können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.


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