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04.10.2017, Landeskriminalamt


Bandendiebstahl von Navigationsgeräten aus Fahrzeugen

Internationale Arbeitstagung in Ainring vom 04. bis 06.10.2017


München/Ainring – Seit geraumer Zeit kommt es in Bayern vermehrt zu Aufbrüchen von Kraftfahrzeugen mit dem Ziel der Erlangung fest eingebauter Navigationsgeräte.

Bundesweit liegen bislang aufgrund einer fehlenden automatisierten Recherchemöglichkeit in der Polizeilichen Kriminalstatistik keine Zahlen zur Schadenssumme oder Häufigkeit dieser Diebstähle vor. Eine für die Arbeitstagung erhobene Recherche des Bayerischen Landeskriminalamtes ergab für die Jahre 2015 bundesweit eine Anzahl von ca. 23.000 Fällen und 2016 von ca. 19.000 Fällen. Tendenziell gingen die Fallzahlen leicht zurück, jedoch liegen die Schadenssummen immer noch bei ca. 200 Millionen Euro.


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Komplettausschlachtung eines Pkw-Inneraumes

Bayern ist im Bundesvergleich in den letzten zwei Jahren mit ca. 470 Fällen in 2015 und ca. 320 Fällen in 2016 und einer Schadenssumme von 3,7 Millionen bzw. 2,6 Millionen Euro nicht derart belastet wie andere Bundesländer mit teilweise bis zu annähernd 10.000 Fällen im Jahr.

Mittlerweile sind nicht nur die Navigationsgeräte und Multimediaeinheiten im Visier der Diebesbanden, immer häufiger werden geparkte Fahrzeuge komplett ausgeschlachtet. Das Diebesgut wird anschließend auf Internetplattformen sowie osteuropäischen Autoteilemärkten angeboten oder findet sogar in Südkorea und China Verwendung.

Bei den bislang festgestellten Tatverdächtigen handelt es sich fast durchgehend um Mitglieder osteuropäischer Banden, meist litauische Staatsangehörige im Alter zwischen 17 - 25 Jahren. Diese werden in Litauen für die Aufbrüche angeworben, angelernt und organisiert nach Deutschland verbracht. Der Gesamtschaden am Pkw beläuft sich im Durchschnitt je Diebstahl, der in etwa nur drei bis vier Minuten dauert, auf fast 8.000 Euro.

Um effizienter gegen diese gut organisierten, hochmobilen Banden vorgehen zu können, organisiert das Bayerische Landeskriminalamt vom 04. bis 06. Oktober im „Haus der Kultur“ in Ainring eine internationale Arbeitstagung mit Ermittlern aus elf Bundesländern, der Bundespolizei, dem BKA und Ermittlern aus der Schweiz, Luxemburg, Schweden, Norwegen, Belgien, Österreich, Litauen, Frankreich, von Interpol und Europol. Das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei leistet hierbei logistische Unterstützung.

Insgesamt werden über 100 Polizei- und Kriminalbeamte aber auch externe Firmen wie BMW, ein Vertreter der größten skandinavischen Versicherungsgesellschaft „if“ und deren Dachorganisation „Larmtjänst, an der Tagung teilnehmen.

Ziel der Veranstaltung ist der Austausch von Ermittlungserkenntnissen, damit den mobilen Tätergruppen, die europaweit agieren und teilweise mehrere tausend Kilometer in der Woche zurücklegen, durch eine gut vernetzte Polizei Einhalt geboten werden kann.


 

 

 

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